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Erste Mathematikerin unter ISTA-Professor:innen

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Xujia Chen, neue Assistenzprofessorin am ISTA, erforscht die geometrische Topologie von Mannigfaltigkeiten. Sie ist die erste Mathematikerin unter den ISTA-Professor:innen
©ISTA, APA
Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) im niederösterreichischen Klosterneuburg heißt Xujia Chen unter seinen Professor:innen willkommen. Als neue Assistenzprofessorin hat sie im Jänner 2026 ihre eigene Forschungsgruppe gegründet, um die faszinierenden Landschaften der geometrischen Topologie zu erforschen. Chens Arbeit an Mannigfaltigkeiten und allgemeinen topologischen Räumen hat das Potenzial, unser Verständnis sowohl abstrakter als auch physikalischer Räume zu vertiefen. Mit ihrer Erfahrung aus renommierten Institutionen auf drei Kontinenten bringt sie umfangreiches Wissen und ihren Ehrgeiz am ISTA ein

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Mannigfaltigkeiten sind ein zentraler Bestandteil der Geometrie und Topologie, unverzichtbar für das Verständnis der Modelle, die die Struktur der Raumzeit beschreiben. Dieses Konzept erstreckt sich über die theoretische Mathematik hinaus und findet praktische Anwendungen, zum Beispiel, wenn man Datenwolken durch die geometrischen Formen, die sie bilden, interpretiert.

Xujia Chen (she/they) widmet sich der Erforschung der Strukturen von Mannigfaltigkeiten und liefert Erkenntnisse, die die theoretische Mathematik mit den Naturwissenschaften verbinden. Ihr Ansatz umfasst sowohl die theoretischen als auch die angewandten Dimensionen der Mathematik. "Eine Datenwolke in einem Experiment kann die Form einer Mannigfaltigkeit bilden. Indem wir die Eigenschaften dieser Mannigfaltigkeit untersuchen, können wir die Natur der Daten besser verstehen", erklärt sie.

Bevor sie zum Institute of Science and Technology Austria (ISTA) kam, verfeinerte Chen ihre Fähigkeiten an mehreren angesehenen Institutionen. Nach ihrem Bachelor-Abschluss an der University of Science and Technology of China promovierte sie 2021 in Mathematik an der Stony Brook University, USA. Während ihres Doktoratsstudiums wurde sie mit dem John Marburger III Fellowship und demPresident's Award for Distinguished Doctoral Studentsausgezeichnet. Ihre Postdoc-Arbeit führte sie als Junior Fellow an die Harvard University und später an das Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn, Deutschland.

Am ISTA verfolgt Chen ehrgeizige Forschungsziele. "Es gibt einige naheliegende Fragen, die aus meiner aktuellen Arbeit mit Kooperationspartner:innen hervorgehen, und diese möchte ich untersuchen", sagt sie. Ihr jüngstes Forschungsprojekt befasst sich mit der Konstruktion von Mannigfaltigkeits-Operaden - also mathematischen Strukturen, die Eigenschaften von Mannigfaltigkeiten mit algebraischen Systemen kombinieren. In Zukunft strebt sie an, weitere Mannigfaltigkeits-Operaden mit zusätzlichen Strukturen zu entwickeln.

Darüber hinaus setzt sich Chen dafür ein, die akademische Forschung in und um ihre Fachgebiete zu erweitern. "Ich habe großes Interesse daran, das Spektrum meiner Forschung zu erweitern, insbesondere auf Themen, mit denen ich noch nicht so vertraut bin, die aber mit meiner aktuellen Forschung im Zusammenhang stehen", sagt sie und nennt als Beispiel die Konfigurationsräume in der Homotopietypentheorie. Sie plant, Postdoktorand:innen aus verwandten Fachgebieten anzustellen und mit Wissenschafter:innen zusammenzuarbeiten, um einen dynamischen Ideenaustausch in der Mathematik zu fördern.

Abseits ihres Berufslebens genießt die 31-jährige chinesische Mathematikerin Aktivitäten wie Lesen, Filme schauen und Wandern. Während sie sich an das Leben in Österreich gewöhnt, hofft sie, bald einen Hund zu adoptieren, der sie bei ihren Outdoor-Abenteuern begleiten könnte.

Mit der Gründung ihrer Forschungsgruppe mit dem Titel "Geometrische Topologie von Mannigfaltigkeiten" am ISTA im Jänner wird Chen die erste Mathematikerin im Lehrkörper des Instituts sein. Ihre Ankunft ist eine bedeutende Bereicherung für das ISTA, da sie ihr Fachwissen und ihre Perspektiven in die stark interdisziplinäre akademische Gemeinschaft des Instituts einbringt.

MARIA GUGGING - ÖSTERREICH: FOTO: APA/ISTA

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