von
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) sah die aktuellen Zahlen als Beleg dafür, dass das Unterrichten "deutlich attraktiver" geworden ist. "Damit ist der Lehrermangel immer noch nicht behoben, aber wir sehen jedenfalls eine positive Entwicklung", wurde er in einer Mitteilung vom Mittwoch zitiert.
Schon in den vergangenen Jahren gab es deutlich mehr Bewerberinnen und Bewerber als offene Stellen und dennoch Lehrermangel in einigen Regionen, Fächern und Schularten wie den Sonderschulen. Hintergrund ist ein Verteilungsproblem: So gab es für viele Stellen zu viele Bewerbungen, für andere keine, bei manchen Fächern einen Überhang an Interessenten, bei anderen zu wenige. Eine Aufschlüsselung, wie gut die diesjährigen Bewerbungen zum tatsächlichen Bedarf passen, gab es am Mittwoch noch nicht. Das werde noch geprüft, hieß es auf APA-Anfrage.
Wiederkehr betonte in der Aussendung einmal mehr, man werde auch dann, wenn die Personalsituation an den Schulen sich entspannt, weiter als Ergänzung auf Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger setzen. Diese brächten nämlich "neue, spannende Sichtweisen" in den Unterricht ein. Solche Lehrkräfte, die nach einem facheinschlägigen Studium und passender Berufserfahrung erst berufsbegleitend eine pädagogische Ausbildung erhalten, haben im laufenden Schuljahr zwölf Prozent der Neuanstellungen ausgemacht.
Für das Schuljahr 2026/27 ist der Bedarf an Pädagoginnen und Pädagogen an den Volksschulen und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) am größten (je 1.500 ausgeschriebene Stellen). An den Mittelschulen werden 1.400 neue Lehrkräfte gesucht, an den AHS 1.300. Nach Bundesländern gibt es die mit Abstand meisten offenen Stellen in Wien (2.100), gefolgt von Nieder- und Oberösterreich (je 900), Tirol (700), Vorarlberg (500), Steiermark und Salzburg (je 400), Kärnten und Burgenland (je 200). Dazu kommen noch etwas mehr als 200 Stellen in den Zentrallehranstalten bzw. Praxisschulen an den Pädagogischen Hochschulen.
Das Bildungssystem gehört mit 128.000 Lehrerinnen und Lehrern an rund 6.000 Schulen zu einem der größten Arbeitgeber des Landes. Neben der Hauptausschreibung werden zusätzlich unter dem Schuljahr im Zuge von kleineren Nachausschreibungen Stellenangebote veröffentlicht, um im Fall von Karenzierungen, Krankenständen oder Versetzungen flexibel zu bleiben.






