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So sehe man im TV Gerichtsmediziner, die den Polizisten schnellstmöglich Auskunft geben. In der Realität sei dies aber anders: Für ganz Niederösterreich stünden zwei Gerichtsmediziner zur Verfügung, lange Zeit habe es nur einen gegeben. Kritik daran, dass Pilnaceks Handy nicht als Beweismittel sichergestellt worden war, entgegnete sie wie mehrere Ermittler vor ihr im U-Ausschuss: Es habe schlicht keinen Verdacht auf eine Straftat gegeben. Auch diverse "Verschwörungstheorien" rund um Pilnaceks Tod kritisierte Waidecker, die auch jede politische Nähe von sich wies.
Die Causa Pilnacek war nach Aufkommen von Vorwürfen gegen die Kremser Behörde an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt übertragen worden. Vorrangig geht es vor allem um die Weitergabe des Handys Pilnaceks an dessen Witwe und warum dieses nicht als Beweismittel sichergestellt worden war. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren gegen die betroffenen Beamten war von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wieder eingestellt worden.
Mit Kritik an den Behörden ging es am Mittwoch dann auch in die Befragungen. Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli fragte sich vor Beginn der Sitzung, inwieweit die Staatsanwaltschaft Krems überhaupt "Herrin des Verfahrens" gewesen sei oder nur am Papier. Jan Krainer von der SPÖ schlug in dieselbe Kerbe, die Behörde habe die Causa lediglich verwaltet, sagte er. Auch Michael Schilchegger von der FPÖ und NEOS-Fraktionsführerin Sophie Wotschke zweifelten an der Behörden-Arbeit.
ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger sah die Sache - ein weiteres Mal - völlig anders. Nach den vergangenen Befragungen habe er gar nicht den Eindruck, dass schlampig ermittelt worden sei, vielmehr ergebe sich "das gegenteilige Bild". Zweite Auskunftsperson des Tages ist die fallführende Staatsanwältin aus Krems.






