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Am oberen Ende liegen die USA mit einem Hightech-Anteil von 68 Prozent. Das benachbarte Frankreich liegt mit 46 Prozent im Mittelfeld. Ein höherer Hightech-Anteil geht mittelfristig mit stärkerem Wirtschaftswachstum einher.
"Deutschland konzentriert seine Forschung auf klassische Industriebranchen", sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation, Oliver Falck. "Länder mit einem höheren Anteil an Hightech-Forschung wachsen dagegen in der Regel stärker, auch wenn man Unterschiede im allgemeinen Niveau der Forschungsausgaben berücksichtigt."
Dabei wächst der Abstand zur Spitzengruppe den Angaben zufolge seit Jahren. Der deutsche Hightech-Anteil sank von 32 Prozent im Jahr 1995 auf den aktuellen Wert von rund 20 Prozent im Jahr 2023. In den USA stieg er im selben Zeitraum von 57 auf 68 Prozent. Zugleich entfallen drei Viertel der deutschen Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf die sogenannte Mitteltechnologie, etwa auf den Automobil- oder Maschinenbau sowie die Chemieindustrie. In diesem Bereich zählt Deutschland zu den Spitzenreitern.
Die Ökonomen haben untersucht, wie die Struktur der Forschungsausgaben mit dem Wachstum zusammenhängt. Liegt der Hightech-Anteil eines Landes in einem Jahr 10 Prozentpunkte höher, fällt das reale Wirtschaftswachstum pro Kopf in den darauffolgenden fünf Jahren im Schnitt um knapp einen halben Prozentpunkt jährlich höher aus. Läge Deutschlands Hightech-Anteil an Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf dem internationalen Durchschnittsniveau von 38 Prozent statt bei 20 Prozent, ginge dies den Ergebnissen zufolge mittelfristig mit einem um rund 0,9 Prozentpunkte höheren jährlichen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) pro Kopf einher.
Ein reines Ausgabenziel für das Forschungsvolumen halten die Autoren für ungenügend. "Entscheidend ist nicht allein die Höhe der Ausgaben, sondern ob sie auf Technologien entfallen, die mit höherem Wachstum einhergehen", sagte Ifo-Forscher Yuchen Guo. "Die Politik sollte zugleich die Rahmenbedingungen so setzen, dass riskante und womöglich disruptive Innovationsvorhaben für Unternehmen attraktiver werden." Dazu gehören ein innovationsfreundliches Steuersystem und ein besserer Zugang zu Wagniskapital.
ARCHIV - 24.02.2017, Bayern, Nürnberg: Blick in einen Verbindungsprozess (Aluminiumbonden) zwischen Elektronikträger und Halbleiter, aufgenommen in der Produktion von 48-Volt-Elektromotoren bei Continental bei der Conti Temic microelectronic Gmbh. Die Halbleiterknappheit mit ihren negativen Folgen etwa für Autobauer wird sich nach Experteneinschätzung noch weit ins kommende Jahr hinziehen. (zu dpa «Marktexperte: Halbleiter-Engpässe gehen bis ins Jahr 2022») Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.
