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"Im Jahr 2023 gab es schätzungsweise 2,3 Millionen Brustkrebs-Neuerkrankungen und 764.000 Todesfälle, was einem Verlust von rund 24 Millionen gesunden Lebensjahren durch Krankheit und vorzeitigen Tod entspricht", schrieb die weltweit angesehene Medizin-Fachzeitschrift.
Beunruhigend sind die internationalen Trends. "Die Zahl der weltweiten Neuerkrankungen an Brustkrebs wird voraussichtlich um ein Drittel von 2,3 Millionen im Jahr 2023 auf über 3,5 Millionen im Jahr 2050 steigen. Die jährliche Zahl der Todesfälle durch das Mammakarzinom weltweit wird voraussichtlich um 44 Prozent von 764.000 auf fast 1,4 Millionen ansteigen", so die Berechnungen.
Früherkennung mit regelmäßigen Mammografie-Screening-Untersuchungen stellen ein wirksames Mittel zur Verhinderung von Brustkrebs im Spätstadium und dementsprechend auch von Todesfällen dar. Doch es gibt auch ein großes Präventionspotenzial. "Mehr als ein Viertel der durch Brustkrebs verlorenen gesunden Lebensjahre sind auf sechs veränderbare Risikofaktoren zurückzuführen, darunter ein hoher Konsum von rotem Fleisch, Tabak, ein hoher Blutzuckerspiegel (Diabetes; Anm.) und ein hoher BMI (Adipositas; Anm.) - was wichtige Möglichkeiten zur Prävention bietet", heißt es vonseiten des "Lancet".
"Brustkrebs fordert weiterhin einen hohen Tribut an Leben von Frauen und ihren Familien", sagte die Hauptautorin Kayleigh Bhangdia vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington (USA). "Während Frauen in Ländern mit hohem Einkommen in der Regel von Vorsorgeuntersuchungen, frühzeitiger Diagnose und umfassenden Behandlungsstrategien profitieren, verlagert sich die zunehmende Belastung durch Brustkrebs in Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Dort sind Betroffene oft mit einer Diagnose in einem fortgeschrittenen Stadium, einem schlechteren Zugang zu qualitativ hochwertiger Versorgung und höheren Sterblichkeitsraten konfrontiert (...)."
So ist die Zahl der Neuerkrankungen beim Mammakarzinom in Ländern mit hohem BIP mit einem Anteil von 73 Prozent weiterhin am höchsten. Sie wächst aber am schnellsten in Ländern mit niedrigem Bruttoinlandsprodukt.
Die Entwicklung hat auch etwas mit der Demografie zu tun. Bereinigt man die globalen Fall- und Sterberaten für Brustkrebs (Altersstandardisierung, um Vergleiche zwischen Ländern und im Zeitverlauf zu ermöglichen), offenbart die Studie gravierende Ungleichheiten in der Belastung durch Brustkrebs. So waren beispielsweise die altersstandardisierten Inzidenzraten (Neudiagnosen pro Jahr und 100.000 Frauen) für Brustkrebs im Jahr 2023 in Ländern mit hohem Einkommen, darunter Monaco, Andorra, Frankreich, Deutschland und Irland, im Durchschnitt am höchsten (rund hundert Neuerkrankungen pro 100.000 Frauen oder mehr) und in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, darunter Afghanistan, Somalia und Mosambik, drastisch niedriger (13 Neuerkrankungen pro 100.000 Frauen oder weniger).
Allerdings sind die altersstandardisierten Neuerkrankungsraten seit 1990 in Ländern mit niedrigem Einkommen stark angestiegen (durchschnittlich um 147 Prozent), während sie in Ländern mit hohem Einkommen stabil geblieben sind. Das unterstreiche das unverhältnismäßige Wachstum ausgerechnet in Weltregionen mit geringeren Ressourcen.
Darüber hinaus sanken die altersstandardisierten Sterberaten aufgrund von Brustkrebs in Ländern mit hohem Einkommen zwischen 1990 und 2023 im Durchschnitt um 30 Prozent auf 16 Todesfälle pro 100.000 Frauen, während sie sich in Ländern mit niedrigem BIP fast verdoppelten und auf 24 Todesfälle pro 100.000 Frauen anstiegen. Dies ist offenbar die Folge der Ungleichheit in Früherkennung, späteren Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten.
Für Österreich gibt die Studie eine altersstandardisierte Abnahme der Neuerkrankungen an Brustkrebs um 2,5 Prozent für den Zeitraum von 1990 bis 2023 an. Das liegt im Trend der reichsten Staaten der Welt. Altersstandardisiert hätte die Brustkrebs-Sterblichkeit um 35,6 Prozent abgenommen. Die Zahl der Todesfälle (nicht altersstandardisiert) sei aber um 2,5 Prozent gestiegen.
Die Statistik Austria hat in ihrer Publikation "Krebserkrankungen in Österreich 2024" die Situation unter anderem so dargestellt: "Mit 6.096 Neuerkrankungen im Jahr 2022 und einem Anteil von knapp 30 Prozent an allen Tumoren war Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. 2022 waren auch 65 Männer mit dieser Diagnose konfrontiert. 1.588 Frauen und 17 Männer verstarben zuletzt daran." Die relativen Überlebensraten seien im Zeitraum von 2004/2008 bis 2022 (einjähriges Überleben) von 94,7 Prozent auf 97,2 Prozent gestiegen, auch die Fünf-Jahres-Überlebensrate hätte sich auf zuletzt 87 Prozent erhöht.
++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema "Mammografie / Brustkrebsvorsorge / Brustkrebs-Früherkennung / Radiologie / Röntgen / Frauen /Gesundheit" - Ein digitales Bruströntgenbild, aufgenommen am Mittwoch, 19. November 2025.






