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Archäologie für die Gedenkarbeit - Sonderschau in Mauthausen

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Ein Wachturm des KZ Mauthausen (Archivbild)
Mit der Sonderausstellung "Dinge erzählen - Archäologie des KZ-Systems Mauthausen-Gusen" werden mehr als 20 Jahre archäologische Arbeit im ehemaligen Reviergebäude der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gezeigt. Man wolle mit den 62 Objekten aus dem ehemaligen Konzentrationslager und dessen Außenstellen vor allem den Menschen hinter den Funden und deren Schicksalen näherkommen, hieß es in der Pressepräsentation zur Ausstellung am Donnerstag in der Gedenkstätte.

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Gezeigt werden unter anderem auch die Arbeitsmethoden der Archäologen. Die Zusammenarbeit mit dem Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien sowie mit dem Institut für Archäologie der Universität Innsbruck währt bereits seit rund 20 Jahren. In Vitrinen und Schautafeln werden unter anderem Töpfe und andere persönliche Gegenstände der Häftlinge präsentiert. Löffel mit Gravur oder Häftlingsmarken würden für die Forschung eine ganz besondere Rolle spielen, hieß es. Hier komme man den Personen auf die Spur, die diese Gegenstände benutzt haben, und dies sei vor allem für die Angehörigen sehr wichtig. Aus diesem Grund sei man auch immer noch auf der Suche nach Gräbern in den Lagern.

Geforscht wird auch an Gegenständen der Täter, bei den SS-Offizieren und Lageraufsehern. Dort sieht man etwa aufgefundenes Geschirr aus Porzellan oder Flaschen aus Buntglas, während die Vitrine der Häftlinge daneben nur Esswerkzeuge aus Blech zeigt.

Die Idee für diese Sonderausstellung habe es schon lange gegeben und sei nach eineinhalb Jahren Arbeit nun fertiggestellt, erklärte Co-Kuratorin Nathalie Soursos. Die Forschung selbst gehe aber weiter. Hier gehe es darum, was die Objekte aussagen können, sagte die wissenschaftliche Leiterin Claudia Theune von der Universität Wien. Die Funde seien eine Ergänzung zu Schrift- und Bilddokumenten, die Forschung an Objekten gehe aber oft "weit darüber hinaus". In vielen Fällen konnte man Beweise für schon bisher aus anderen Quellen bekannte historische Fakten finden, hieß es.

Erforscht haben die Archäologen auch die zeitlichen Veränderungen der Anlagen, für die Zeit nach 1945 hinaus, wo vieles einfach weggeräumt und abgerissen worden sei. Dies sei für Rekonstruktionen sehr wertvoll. Die archäologische Arbeit werde für Gedenkarbeit immer wichtiger, denn Zeitzeugen gäbe es nur mehr wenige, sagte Barbara Glück, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

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