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"Der Aufspannboden ist das Herzstück dieser neuen Halle", erklärte der Vizerektor für Infrastruktur der Universität Innsbruck, Manfred Lechner. Die 24 Meter lange und sechs Meter breite Prüffläche sollte vom übrigen Gebäude vollständig entkoppelt und auch von unten zugänglich sein. Man könne sich den Aufspannboden "wie eine Brücke in der Halle" vorstellen, meinte der gelernte Bauingenieur und Baumeister. Damit könnten künftig auch größere Bauteile aus Beton oder Stahl untersucht werden. Die rund 30 mal 23 Meter große Halle sollte zudem mit einem Hallenkran, einer Klimakammer, in der insbesondere Holzversuchskörper unter kontrollierten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen konditioniert werden können, und einem zweigeschoßigen Messlabor ausgestattet werden, berichtete er.
Die Erweiterung sollte die bisherigen Platzprobleme jedenfalls beheben, sagte der Vizerektor. Der Zubau mit rund 1.800 Quadratmetern Nutzfläche wäre jedenfalls ein bedeutender Schritt für die Universität und insbesondere für die Fakultät für Technische Wissenschaften. "Ein wesentlicher Anteil der Baukosten wird durch die Universität selbst aufgebracht", betonte Lechner. Es handle sich um ein sogenanntes "eigenfinanziertes Projekt", bei dem die Universität Mittel aus ihrem Globalbudget in Form eines einmaligen Baukostenzuschusses sowie anschließender Mietzahlungen an die BIG aufbrachte.
Der Neubau werde laut Lechner insgesamt eine Gesamtfläche von rund 2.200 Quadratmetern umfassen, wovon nur die genehmigten 1.800 Quadratmeter als Nutzfläche vorgesehen waren. Während der Keller und weitere Teile der Halle in Stahlbeton ausgeführt werden, sei für den übrigen Hallenbau eine Holzkonstruktion geplant. "Sehr schön, dass wir hier mit Holz eine derartige Dimension realisieren können", betonte Lechner. Das nach Norden ausgerichtete Dach mit seinen Lichtbändern sollte zudem für genügend Tageslicht sorgen, betonte der Vizerektor.
Die Planungen für das Vorhaben hätten indes bereits 2024 begonnen. Nach einem Architekturwettbewerb folgten laut Lechner 2025 die Detailplanungen und Genehmigungsverfahren. Der Bezug der neuen Räumlichkeiten war für Oktober 2027 vorgesehen. "Also ein Jahr Bauzeit, drei Jahre Vorbereitung und Planung", fasste Lechner den Zeitrahmen zusammen.
"Forschung braucht auch exzellente Infrastruktur", betonte indes BIG-Geschäftsführerin Christine Dornaus anlässlich des Spatenstichs. Mit der neuen Prüfhalle und dem angeschlossenen Laborgebäude sollten jedenfalls die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die TVFA ihre Aufgaben in Forschung, Prüfung und Zertifizierung auch künftig wahrnehmen konnte. "Wir investieren rund 16,2 Millionen Euro und damit gezielt in den Wissenschaftsstandort Tirol", erklärte Dornaus.
Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) hob hingegen die Beteiligung Tiroler Unternehmen am Bauvorhaben hervor. Positiv bewertete sie zudem die vorgesehene Umsetzung nach dem höchsten Gebäudestandard "klimaaktiv Gold". Innsbrucks Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr (SPÖ) zeigte sich indes erfreut, dass die BIG "so viel Geld in den Standort" investiere. Zudem verwies sie auf die Bedeutung der neuen Einrichtung für die Überprüfung technischer Berechnungen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen. Die Erweiterung stärke aus ihrer Sicht nicht nur den Wissenschaftsstandort, sondern auch den Wirtschaftsstandort Innsbruck und Tirol. Auch die Vizebürgermeisterin freute sich über die zumindest hybride Holzbauweise, "so weit es eben möglich ist bei so einem Projekt".
INNSBRUCK - ÖSTERREICH: FOTO: APA/F70architekten
