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"Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Trinkwasserversorgung auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zuverlässig aufrechtzuerhalten", erklärte er. "Sie sind aber auch extrem herausfordernd und brauchen viel Manpower sowie Geld." Dazu wären bis 2050 insgesamt 4,3 Milliarden Euro vonnöten. Mit diesem Geld könnte man aber nicht "nur" die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sicherstellen, sondern auch die heimische Wirtschaft stärken und Arbeitsplätze sichern.
"Zugleich sind sie mit langen Planungs- und Umsetzungszeiträumen verbunden", so der Experte. Deshalb sollte man sie nicht aufschieben. Um die hohen Investitionen stemmen zu können, fordern die Trinkwasserversorger etwa fixe jährliche Kofinanzierung seitens der öffentlichen Hand, die Vereinfachung und Beschleunigung wasserrechtlicher Verfahren und "als ganz wichtigen Punkt" den Grundsatz zu verinnerlichen, dass "Wasserprojekte Vorhaben im überragenden öffentlichen Interesse" sind. "Außerdem brauchen wir eine bundesweite Wasserstrategie", sagte Sauer.
Als Beispiel für laufende Projekte zur Erhöhung der Versorgungssicherheit präsentierte Norbert Klicha von "Wiener Wasser" die 2024 begonnene Erweiterung eines Speicherbehälters an der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung in Neusiedl am Steinfeld (Niederösterreich). "Dadurch steigt nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2028 das Speichervolumen von derzeit rund 600 Millionen auf eine Milliarde Liter Wasser", erklärte er.
Robert Gschleiner von der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) berichtete von der 2025 abgeschlossenen Sanierung einer seit 1952 bestehenden Stollenanlage für die Wasserversorgung der Tiroler Hauptstadt an der "Mühlauer Quelle". Sie liefere 90 Prozent des Trinkwassers für die Innsbrucker Bevölkerung in hochwertiger Qualität. Es verweilt nämlich im Schnitt zehn Jahre in den Tiefen der Nordkette und wird dort vom Gestein auf natürliche Weise gefiltert. Es war aber nicht mehr auszuschließen, dass in einigen Stollenabschnitten Oberflächenwasser einsickern kann, deshalb wurde dort ein Umgehungsstollen gebaut, so der Experte. Durch die Erweiterung wurde nicht nur die Wasserqualität sichergestellt, sagte er: "Dadurch stehen der Innsbrucker Wasserversorgung auch zusätzliche 350 Liter Wasser pro Sekunde zur Verfügung."
In Kärnten würden wiederum ab 2028 um 120 Millionen Euro etwa 100 Kilometer neuer Transportleitungen errichtet, um als "Wasserschiene" die verschiedenen Regionen zu verbinden. "Damit sollen regionale Engpässe und Wasserüberschüsse ausgeglichen und bei Ausfällen oder Notfällen zusätzliche Versorgungssicherheit geschaffen werden", so Erich Eibensteiner (Wasserschiene Kärnten).
