von
Der 80 Jahre alte Duterte blieb der Anhörung fern - das ist zulässig. Er ist seit knapp einem Jahr im Gefängnis des Gerichts in Scheveningen bei Den Haag.
Duterte spielte der Anklage zufolge eine "entscheidende Rolle" im Einsatz von Todesschwadronen. Er habe zunächst als Bürgermeister der Stadt Davao und später als Präsident nicht nur selbst Menschen getötet, sondern Morde auch angeordnet, geplant, finanziert und öffentlich gerechtfertigt. Duterte hatte der Anklage zufolge auch ein Kopfgeld auf mutmaßliche Drogenkriminelle oder -süchtige ausgesetzt.
Die Richter prüfen bei den auf eine Woche angesetzten Anhörungen zunächst, ob die Beweise zur Eröffnung des Hauptverfahrens ausreichen. Eine Entscheidung wird im Mai erwartet. Vor dem Gericht hatten sowohl Anhänger als auch Gegner Dutertes demonstriert.
Verteidiger Nicholas Kaufman wies die Beschuldigungen als haltlos und politisch begründet zurück. Duterte habe den Einsatz von Gewalt nur zur Selbstverteidigung gerechtfertigt. Der Verteidiger sprach von Duterte als dem "Präsidenten des Volkes", der sich immer für die Armen eingesetzt habe. "Er widmete sein Leben der öffentlichen Sache, ein Leben für Recht und Ordnung", sagte Kaufman.
Die Verteidigung bekräftigte auch, dass Duterte wegen Gesundheitsgründen nicht an der Verhandlung teilnehmen könne. Zuvor hatte das Gericht nach einer unabhängigen medizinischen Untersuchung festgestellt, dass Duterte verhandlungsfähig ist.
Der stellvertretende Chefankläger Mame Mandiaye Niang nannte den Start des Verfahrens ein bedeutendes Signal für die Bevölkerung der Philippinen und das internationale Recht. "Es ist eine Erinnerung für alle Mächtigen, dass sie nicht über dem Recht stehen."
Der Ex-Präsident war im März 2025 auf Grundlage eines Haftbefehls des Strafgerichtshofs in Manila festgenommen und in die Niederlande ausgeflogen worden. Er hatte die Vorhaltungen als haltlos zurückgewiesen.
Duterte war von 2016 bis 2022 Präsident der Philippinen. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass sein erbarmungsloser Kampf gegen Drogenkriminalität bis zu 30.000 Menschen das Leben kostete. Verdächtige wurden oft ohne Prozess regelrecht hingerichtet.
(FILES) Philippine President Rodrigo Duterte (C) gestures during a joint press conference with Senate president Aquilino Pimentel III and Speaker of the House Pantaleon Alvarez (not pictured) at Malacanang Palace in Manila on March 13, 2017. Former Philippines president Rodrigo Duterte earned global infamy for the deadly drug crackdown that led to his arrest and rendition to a war crimes tribunal in March 2025 on charges of crimes against humanity, despite his huge popularity at home..A profane-lipped populist and self-professed killer, Duterte's anti-crime campaign resulted in the deaths of thousands of alleged dealers and addicts by official count, with other rights groups estimates placing the figure in the tens of thousands. (Photo by TED ALJIBE / AFP)






