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"Ihre Bemühungen, die Preise für Öl und Gas zu senken und zu kontrollieren, werden nur vorübergehend und erfolglos sein", prophezeite Naini. Der Handel hänge unter Kriegsbedingungen "von der Sicherheit ab". Die USA und Israel hatten Ende Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golf-Staaten und US-Einrichtungen in der Golf-Region.
Das US-Militär prüft für den Fall eines entsprechenden Auftrags Optionen für den Schutz von Schiffen in der Straße von Hormuz. "Sollten wir den Auftrag zum Eskortieren erhalten, werden wir die verschiedenen Optionen prüfen, um die militärischen Voraussetzungen dafür zu schaffen", sagt US-Generalstabschef Dan Caine vor der Presse.
Das US-Militär geht weiter gegen die iranische Marine vor. Nach der Zerstörung von mehr als 50 Schiffen habe man nun Minenleger und ihre Waffenlager im Blick, sagte Caine. "Wir machen erhebliche Fortschritte bei der Zerstörung der Marine", sagte er. "Diese Arbeit wird fortgesetzt". Zuletzt hatten die Streitkräfte im Meer vor der Südküste des Irans angegriffen.
Die USA haben bisher aber keine Tanker durch die für den Schiffsverkehr wichtige, aber durch den Iran-Krieg weitgehend blockierte Straße von Hormuz eskortiert. Regierungssprecherin Karoline Leavitt sagte am Dienstagmittag (US-Ortszeit), sie könne bestätigen, dass die US-Marine derzeit keinen Tanker oder ein anderes Schiff eskortiere.
Für Verwirrung hatte laut Medien kurzzeitig eine Äußerung des US-Energieministers Chris Wright gesorgt, wonach es bereits eine Eskorte gegeben habe. Laut Leavitt wurde sein Beitrag auf einer sozialen Plattform schnell wieder gelöscht. Warum der Post überhaupt abgesetzt worden war, blieb zunächst unklar.
Mit dem Angebot einer Eskorte in der Straße von Hormuz nahe Iran versucht die Trump-Regierung auch, globale Märkte zu beruhigen. China zum Beispiel importiert vor allem Öl aus dem Iran durch das Nadelöhr des Welthandels. In einigen Wochen will Trump Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping besuchen.
Die US-Geheimdienste verzeichnen laut Journalisten des Senders CBS News Anzeichen dafür, dass der Iran Vorbereitungen zur Verlegung von Minen in der Straße von Hormus treffe. Eine Bestätigung des auf dem Kurznachrichtendienst X verbreiteten Berichts liegt zunächst nicht vor.
Auch Großbritannien arbeitet angesichts iranischer Drohungen gemeinsam mit Verbündeten an Optionen zum Schutz der kommerziellen Schifffahrt in der Straße von Hormuz. Dies sagt ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer nach Telefonaten Starmers mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. "Wir arbeiten mit unseren Verbündeten an einer Reihe von Optionen, um die kommerzielle Schifffahrt durch die Meerenge zu unterstützen, je nachdem, wie sich die Bedrohungslage entwickelt", sagt der Sprecher vor der Presse. Starmer, Merz und Meloni hätten am Montagabend die "entscheidende Bedeutung der Freiheit der Schifffahrt" betont und eine enge Zusammenarbeit vereinbart.
Durch den Krieg ist der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz stark beeinträchtigt worden. Durch die Meerenge werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert. Seit Kriegsbeginn haben die iranischen Streitkräfte dort mehrfach Öltanker angegriffen. Der Ölpreis war zwischenzeitig auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen - es war der höchste Stand seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022. Nachdem US-Präsident Donald Trump am Montag ein baldiges Ende des Militäreinsatzes gegen den Iran verkündet hatte, ist der Ölpreis wieder gefallen.
Die Revolutionsgarden im Iran erklärten am Dienstag, Trumps einseitige Ankündigung eines baldigen Endes der Kämpfe sei Unsinn: "Wir sind diejenigen, die bestimmen werden, wann dieser Krieg endet." Sie würden Ölexporte aus der Region verhindern, falls die amerikanischen und israelischen Angriffe anhielten. Trump reagierte darauf mit einer Warnung auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social: "Falls der Iran irgendetwas unternimmt, was den Ölfluss durch die Straße von Hormuz stoppt, werden sie von den Vereinigten Staaten von Amerika ZWANZIG MAL STÄRKER getroffen werden als bisher."
Der weltgrößte Exporteur von Öl, der saudi-arabische Konzern Saudi Aramco, warnte am Dienstag vor katastrophalen Konsequenzen, falls die Meerenge geschlossen bleibe. Am Montag hatte die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ali Khamenei zunächst die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Krieges gedämpft.
Am Montagabend hatten die Revolutionsgarden Regierungen aufgefordert, Botschafter aus Israel und den USA aus ihren Ländern auszuweisen, um die Durchfahrt ihrer Schiffe durch die Straße von Hormuz wieder zu ermöglichen. "Jedes arabische oder europäische Land, das die israelischen und US-Botschafter aus seinem Gebiet ausweist, wird ab morgen die vollständige Freiheit und Befugnis haben, die Straße von Hormuz zu passieren", erklärten die Revolutionsgarden laut iranischem Staatsfernsehen.
Ein Supertanker mit zwei Millionen Barrel iranischem Öl an Bord hat Schifffahrtsdaten zufolge am Dienstag die Straße von Hormuz durchquert. Auswertungen von Lloyd's List Intelligence und Kpler zeigen, dass das unter der Flagge Guyanas fahrende Schiff "Cuma" am 9. März die Meerenge mit Ziel China passierte. Der Tanker steht auf einer US-Sanktionsliste. Mindestens fünf weitere Schiffe haben seit dem 28. Februar, also dem Beginn des Kriegs gegen den Iran, Öl in Richtung Asien transportiert.





