ABO

Ukraine und Russland überziehen sich weiter mit Angriffen

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Zahlreiche Angriffe und Verletzte in der Ukraine
©Afp, Genya SAVILOV, APA
Ungeachtet neuer US-Vermittlungsbemühungen haben Russland und die Ukraine gegenseitig die jeweiligen Hauptstädte mit schweren Luftangriffen überzogen. In Kiew schlugen am Donnerstag Raketen ein, wie ein Augenzeuge berichtete. Dabei wurden nach Angaben der ukrainischen Behörden 15 Menschen verletzt. Auch die U-Bahn-Infrastruktur auf einer Brücke über den Dnipro wurde demnach beschädigt. Die Ukraine griff ihrerseits in der Nacht Moskau mit Hunderten Drohnen an.

von

News auf Google bevorzugen

Laut Russland wurden die meisten Flugkörper jedoch schon weit von der Hauptstadt entfernt abgeschossen. In der Nähe von Moskau wurden den Behörden zufolge aber zwei Menschen verletzt. Auch in anderen Teilen der Ukraine griff Russland erneut an: Russland meldete erneut einen schweren Angriff auf Hafenanlagen in der ukrainischen Region Odessa. Dabei seien in der Nacht auch Schiffe getroffen worden, die von der ukrainischen Armee genutzt würden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

In der nordöstlichen Region Charkiw wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs Oleh Synjehubow eine Frau getötet und vier weitere Menschen verletzt. In der Region Poltawa traf eine Drohne die Energieinfrastruktur in der Gegend von Krementschuk. Die am Dnipro gelegene Stadt ist ein wichtiges Industriezentrum und Standort einer der größten Ölraffinerien der Ukraine. Die Gegend wird immer wieder Ziel russischer Angriffe, darunter 2022 eine Attacke auf ein Einkaufszentrum mit mindestens 21 Toten.

Im selben Jahr war Russland in die Ukraine einmarschiert, nachdem es bereits acht Jahre zuvor die Halbinsel Krim annektiert hatte. In dem schwersten Konflikt auf dem europäischen Kontinent seit Ende des Zweiten Weltkriegs wehrt sich die Ukraine mit westlicher Hilfe gegen Russland und greift dabei seit geraumer Zeit auch immer wieder Moskau an.

Bei der jüngsten Attacke flogen 630 Drohnen in Richtung Moskau, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte. Doch auch in anderen Landesteilen griff die Ukraine an: In der Stadt Lipezk, rund 400 Kilometer südlich von Moskau, wurde dabei den russischen Behörden zufolge ein Mann verletzt. Drohnen hätten Wohnhäuser und eine medizinische Einrichtung getroffen, erklärte Regionalgouverneur Igor Artamonow.

In den vergangenen Tagen hatte der US-Sondergesandte Steve Witkoff Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Staatschef Wladimir Putin geführt. Ziel der Treffen war es, ein Ende des Konflikts zu vermitteln. Selenskyj erklärte am Mittwoch, die Ukraine unterstütze einen US-Vorschlag für dreiseitige Gespräche auf Unterhändlerebene, die so bald wie möglich stattfinden sollten. Der Kreml teilte mit, Putin habe zugestimmt, die von den USA vermittelten Friedensgespräche mit Kiew im November wieder aufzunehmen.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnte nach den jüngsten russischen Angriffen auf Kiew vor Nachgiebigkeit gegenüber der Regierung in Moskau. "Beschwichtigung, Unterwürfigkeit und Schmeichelei" würden den russischen Krieg nicht stoppen, betonte Sybiha am Donnerstag auf der Kurznachrichtenplattform X.

Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER