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In einem von Halk TV auf X geteilten Video ist Chefredakteur Suat Toktas zu sehen, der mit dem von den türkischen Behörden eingesetzten Verwalter spricht, um ihn davon zu überzeugen, die Live-Sendung nicht zu stoppen. "Was hier gerade passiert, ist gesetzwidrig", sagt er. Die Polizei durchsuchte Halk TV zufolge die Räumlichkeiten des Senders und hinderte die am Morgen eintreffenden Mitarbeiter am Betreten des Gebäudes.
Die Opposition kritisierte das Vorgehen der türkischen Behörden scharf. "Im Morgengrauen in einen Fernsehsender einzudringen und einen Verwalter zu ernennen, ist etwas, das nur Diktatoren tun würden", erklärte der Vorsitzende der größten Oppositionspartei Yeni Parti (Neue Partei), Özgür Özel, im Onlinedienst X. "Leider ist es genau das, was sie mit unserem Land gemacht haben", fügte Özel mit Blick auf die religiös-konservative Regierung von Langzeitpräsident Recep Tayyip Erdogan hinzu.
Die Übernahme von Halk TV durch die türkischen Behörden erfolgte zwei Wochen nach der Sperre des Zugangs zur unabhängigen Nachrichtenwebsite T24. Zur Begründung hatten die türkischen Behörden auf angebliche "LGBT-Propaganda" der Website verwiesen. Die Abkürzung LGBT steht für Lesben, Schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen.