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US-Präsident Donald Trump, der nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran mit einem erneuten Militärangriff gedroht hatte, äußerte unterdessen die Hoffnung, dass ein Militäreinsatz vermieden werden könne. Das wechselseitige Säbelrasseln verstummte dadurch freilich nicht: So drohte Irans Armeesprecher Mohammed Akraminia mit einem sofortigen Gegenschlag im Falle eines Angriffs der USA. Laut Außenminister Araghchi ist die Islamische Republik "sowohl für Verhandlungen als auch für einen Krieg bereit".
Am Mittwoch hatte Trump mit militärischer Gewalt gedroht, falls Teheran Verhandlungen über ein neues Atomabkommen verweigere. "Die Zeit wird knapp," schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Der nächste Angriff wird viel schlimmer", fügte er mit Blick auf die Bombardements der US-Armee während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni hinzu.
Trump verlangt unter anderem vom Iran, die Reichweite von ballistischen Raketen zu begrenzen sowie auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Araghchi erklärte daraufhin, Verteidigungsstrategien und Raketensysteme würden niemals Gegenstand von Verhandlungen sein. Der Iran werde seine Verteidigungsfähigkeiten bewahren und notfalls sogar ausbauen. Der iranische Chefdiplomat warnte die USA, dass ein militärischer Konflikt diesmal über einen bilateralen Krieg hinausgehen könnte.
Konkrete Pläne für ein Treffen mit US-Vertretern zur Wiederaufnahme der Atomgespräche mit dem Iran gebe es bisher nicht, sagte Araghchi. Dafür seien zu einem möglichen Ort und zu Inhalten der Gespräche "weitere Vorbereitungen erforderlich". Araghchi war Freitagfrüh für Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Außenminister Hakan Fidan in Istanbul eingetroffen. Erdogan hatte zuvor die Bereitschaft der Türkei bekräftigt, in den Spannungen zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln. Die Türkei sei bereit, "eine vermittelnde Rolle zwischen dem Iran und den USA zu übernehmen, um die Spannungen abzubauen und die Probleme zu lösen", sagte Erdogan nach Angaben seines Büros.
Eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen zwischen den beiden Ländern sei entscheidend, um regionale Spannungen abzubauen, erklärte der türkische Außenminister Fidan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Araghchi. "Wir hoffen, dass die US-Regierung mit Vernunft" handle und sich nicht von Israel "zu einem Militärschlag gegen den Iran bewegen" lasse, sagte er. Ein solcher Angriff würde der gesamten Region "großen Schaden" zufügen.
Unterdessen wurde bekannt, dass mitten in den wachsenden Spannungen zwischen den beiden Ländern ein Zerstörer der US-Marine im israelischen Hafen Eilat am Roten Meer angelegt hat. Dies berichtete die israelische Nachrichten-Webseite Ynet am Freitag unter Berufung auf das Militär. Demnach war die Ankunft des Zerstörers in dem Hafen am Golf von Akaba, nahe den Grenzen Israels zu Ägypten und Jordanien, seit Längerem geplant und Teil der laufenden Zusammenarbeit zwischen dem US- und dem israelischen Militär.
Die USA hatten schon zuvor nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran einen neuen Militäreinsatz gegen das Land nicht ausgeschlossen und Kriegsschiffe wie den US-Flugzeugträger USS "Abraham Lincoln" in die Region entsandt. Bei dem brutalen Vorgehen der staatlichen Einsatzkräfte gegen Demonstranten wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hrana 6.479 Menschen getötet, einige Schätzungen gehen demnach sogar von bis zu 25.000 Toten aus.
Nach der Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation durch die EU bietet Israel den europäischen Sicherheitsbehörden Unterstützung bei deren Verfolgung an. "Israel ist bereit, mit den europäischen Sicherheitsbehörden zu kooperieren, um den Terrorarm des Mullah-Regimes europaweit konsequent zu bekämpfen", sagte der israelische Botschafter in Berlin, Ron Prosor, der dpa. "Dem Regime steht das Wasser bis zum Hals. Wir dürfen die mutigen Demonstranten im Iran jetzt nicht im Stich lassen", fügte Israels Botschafter hinzu.
Über die Listung der Revolutionsgarden als Terrororganisation war in der EU seit Jahren diskutiert worden - intensiv unter anderem nach dem iranischen Großangriff auf Israel im April 2024. Erst am gestrigen Donnerstag konnte der dafür erforderliche Konsens hergestellt werden.
ISTANBUL - TÜRKEI: FOTO: APA/APA/AFP/TURKISH FOREIGN MINISTRY/HANDOUT
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