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Südwestlich von Dnipro im ukrainischen Gebiet Cherson wurden binnen eines Tages vier Zivilisten durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe getötet. Außerdem seien mindestens 16 Menschen verletzt worden, teilte die Nationale Polizei der Ukraine in Kiew mit. In drei Fällen seit Montag griffen demnach russische Drohnen fahrende Pkws an und töteten die Fahrer oder Beifahrer.
Im Gebiet Cherson bildet der Fluss Dnipro die Frontlinie. Die gleichnamige Gebietshauptstadt Cherson liegt in Reichweite russischer First-Person-View-Drohnen, deren Bediener ukrainischen Angaben zufolge gezielt Jagd auf Zivilisten und zivile Fahrzeuge machen.
Wegen der ständigen Gefahr leben nur noch etwa 60.000 Menschen in der Frontstadt, die vor dem Krieg knapp 280.000 Einwohner hatte. Straßen werden mit Netzen überspannt, um Drohnen abzuhalten. Am Dienstagvormittag traf eine Drohne ein Krankenhaus in Cherson, wie die Regionalverwaltung mitteilte.
Bei russischen Drohnenangriffen in der südwestukrainischen Region Odessa wurden unterdessen laut Behörden zwei ausländische Frachtschiffe getroffen worden. Im Donau-Hafen der Stadt Ismajil sei ein unter der Flagge Panamas fahrendes Schiff beschädigt worden, teilte der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Olexij Kuleba am Dienstag mit.
Bei dem Angriff wurden laut Behörden zudem seien Hafenanlagen getroffen worden. "Der Feind zielt erneut bewusst auf kritische Infrastruktur und Logistik in der Region Odessa", schrieb Kuleba. In der Umgebung von Ismajil wurden nach Angaben des Gouverneurs der Region, Oleh Kiper, zudem eine Autowerkstatt, mehrere Fahrzeuge und sechs Wohnhäuser beschädigt. Ein 51-jähriger Mann sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe seit Montagabend mit vier Raketen und 129 Drohnen angegriffen. Davon habe die Luftabwehr eine Rakete und 114 Drohnen abgefangen. Der Hafen Ismajil am Unterlauf der Donau nahe der Mündung ist für die Ukraine eine wichtige Ausweichroute für den Export von Getreide, seit Russland das Abkommen zur sicheren Verschiffung über das Schwarze Meer aufgekündigt hat.
Ein weiterer Frachter unter liberianischer Flagge wurde auf dem Weg in den Schwarzmeer-Hafen Tschornomorsk zur Ladung von Getreide von einer Drohne getroffen, wie die Behörden erklärten. Ein Feuer sei ausgebrochen, das die Besatzung aber rasch gelöscht habe. Das Schiff habe seine Fahrt fortsetzen können. Russland greift immer wieder für die ukrainische Wirtschaft wichtige Exportrouten und Infrastruktur an.
Bei ukrainischen Gegenangriffen mit Drohnen wurde in der russischen Stadt Jelez im Gebiet Lipezk eine Frau getötet, es gab fünf Verletzte. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur TASS.






