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Péter Magyar, Vorsitzender des bürgerlichen Wahlsiegers TISZA, rechnet angesichts der Zwei-Drittel-Mehrheit seiner Partei mit einer Aufforderung zur Regierungsbildung. Zugleich forderte er erneut den Rücktritt des Staatspräsidenten, der eine bloße "Marionette" des bisherigen Regimes des scheidenden Regierungschefs Viktor Orbán sei, berichtete das Portal "Telex.hu". Es liege im Interesse Ungarns, dass die Regierungsübergabe so bald wie möglich erfolge, so Magyar.
Laut Gesetz muss der Staatspräsident bis zum 12. Mai die konstituierende Sitzung des neuen Parlaments einberufen, wo er auch eine Empfehlung für den neuen Ministerpräsidenten unterbreitet. Es sei nicht gesetzlich geregelt, welche Partei Sulyok zur Regierungsbildung auffordert. Allerdings verfügt Magyars Partei TISZA im künftigen Parlament über eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die dritte Partei im künftigen Parlament neben TISZA und Orbáns Fidesz ist die kleine rechtsextreme Partei Mi Hazánk (Unsere Heimat).
Hinsichtlich der Rücktrittsforderungen durch Magyar betonte das Büro von Sulyok: Die Rechtsstellung des Staatspräsidenten und die Bedingungen für die Ausübung seines Amtes seien im Grundgesetz eindeutig geregelt. Daraus folgernd sei nicht zu erwarten, dass Sulyok von seinem Amt zurücktritt, schlussfolgerte das Onlineportal "HVG.hu".
Der Wahlverlierer Orbán meldete sich unterdessen auf Facebook zu Wort: "Die Arbeit beginnt, wir organisieren uns neu." Laut dem scheidenden Premier sollen alle Wahlkreise besucht, Aktivisten, Abgeordnete, Kandidaten zusammengerufen werden. Für den 28. April werde eine Vorstandssitzung seiner Partei einberufen. Orbán, der seit 23 Jahren ununterbrochen an der Spitze der Partei steht und international lange als Aushängeschild der "illiberalen Demokratie" galt, erklärte, auch weiter die "nationale Seite" für sich beanspruchen zu wollen.






