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Gestern trafen Kräfte der Übergangsregierung bereits in Hassaka ein, dem bisherigen Verwaltungszentrum der kurdischen Gebiete. Ein Konvoi mit Sicherheitskräften sei am Nachmittag in Kamishli in Nordsyrien nahe der türkischen Grenze eingetroffen, hieß es. Um mögliche Spannungen zu vermeiden, wurde zuvor von den SDF eine Ausgangssperre für den Tag verhängt.
Während des syrischen Bürgerkriegs haben sich die Kurden im Norden und Nordosten des Landes eine Selbstverwaltung aufgebaut. Nun sollen die kurdischen Institutionen einem Zentralstaat unterstellt werden. Ein am Freitag verkündetes Abkommen sieht einen schrittweisen Integrationsprozess zwischen den Institutionen Nord- und Ostsyriens und dem syrischen Staat vor.
Die Aufgabe der Kräfte des Innenministeriums bestehe darin, die "Integration zu unterstützen und die Koordination zwischen unseren Institutionen und dem Staat zu gewährleisten", sagte SDF-Kommandant Maslum Abdi.
Diese Kräfte hätten "eine spezifische administrative Aufgabe" und seien nicht dafür vorgesehen, die Kontrolle über die gesamte Stadt oder einzelne Orte zu übernehmen. Diese Verantwortung liege bei den sogenannten Asajisch, kurdische Polizei- und Sicherheitskräfte.
Eine kurdische Anrainerin in Kamishli sagte der dpa: "Wir leben in Angst. Wir wissen nicht, was wir erwarten sollen." Viele kurdische Bewohner blieben Zuhause. "Wir warten ab, was die Zukunft bringen wird."
"Der französische Außenminister wird in Kürze nach Nord- und Ostsyrien reisen, um sich vor Ort ein Bild von der Umsetzung des Abkommens vom 30. Jänner zu machen. Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich und laden ebenso das deutsche Auswärtige Amt sowie Außenminister Johann Wadephul ein", erklärte Khaled Davrish, Repräsentant von Nord- und Ostsyrien in Deutschland.






