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Er werde zu dieser Frage Dienstagnachmittag in einer Pressekonferenz in Innsbruck Stellung nehmen, erklärte der 43-Jährige nach der Sitzung gegenüber der APA. Nach dem Bundesparteivorstand würde es indes noch eine weitere mögliche Berufungsmöglichkeit bzw. eine weitere Instanz für Dornauer geben, nämlich den Bundesparteitag. Erst dann wäre der Ausschluss endgültig rechtskräftig.
Dornauer hatte vor Beginn der Sitzung in der Landesparteizentrale gegenüber der APA noch einmal klargemacht, dass er die "Aufhebung dieser unrechtmäßigen Entscheidung" erwarte. Er führte dabei auch die Untreue-Ermittlungen gegen Ex-SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ins Treffen. Zum ersten Mal in der Geschichte seien gegen einen heimischen Ex-Regierungschef gerichtliche Zwangsmaßnahmen verfügt worden - und dieser könne offenbar trotzdem weiterhin in der Partei verbleiben. Während die Partei gleichzeitig ihn, Dornauer, loswerden wolle - obwohl er nur auf "ursozialdemokratische Grundsätze" gepocht habe. Am Montag wurde jedenfalls unter anderem noch SPÖ-Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl von dem fünfköpfigen Gremium befragt.
Dornauer war im Oktober 2025 wegen seines letztjährigen Landtagsantrags, 170 Millionen Euro an Übergewinnen des Landesenergieversorgers Tiwag als Sonderdividende an die Bevölkerung zurückzugeben, aus Partei und Fraktion ausgeschlossen worden. Die Landesparteispitze sah darin einen "Koalitionsbruch" bzw. einen Bruch des Koalitionsvertrages, schließlich war der Regierungspartner ÖVP strikt gegen eine solche Maßnahme. Zudem stelle dies auch nicht eine Parteiposition dar. Es sei der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, argumentierte man - und warf Dornauer zudem unkollegiales Verhalten seit seinem erzwungenen Rücktritt als Parteichef und Landeshauptmannstellvertreter im November 2024 vor. Seit seinem Ausschluss ist der 43-Jährige freier Abgeordneter zum Tiroler Landtag.
Dornauer hatte bereits bei der konstituierenden Sitzung des Schiedsgerichts am 21. Februar klargemacht, dass er den Landesparteivorstand, der ihn ausgeschlossen hatte, für befangen hält. Der Ausschluss sei "politisch und rechtlich nicht begründbar und daher auch nicht haltbar." Für ihn wäre eigentlich ganz klar das Bundesschiedsgericht zuständig. Sein Landtagsantrag habe indes nicht nur ein "ursozialdemokratisches Anliegen" dargestellt, sondern sei auch keineswegs ein Bruch des Koalitionsabkommens gewesen. Er sei es gewesen, der mit ÖVP-Landeshauptmann Anton Mattle 2022 die Koalition paktiert habe. Daher wisse dieser "ganz genau, welche Freiräume ich mir habe zusagen lassen."
SPÖ-Landesgeschäftsführerin Eva Steibl-Egenbauer argumentierte hingegen, dass man über die Jahre "viel Geduld" mit Dornauer gehabt habe. Aber letztlich habe jener, "ohne Abstimmung eingebrachte" Tiwag-Dringlichkeitsantrag das Fass zum Überlaufen gebracht. Dieser sei ein klarer Verstoß gegen die parteiinternen Regeln gewesen. Ein gezielter, bewusst gesetzter Regelverstoß. Dornauer habe es darauf angelegt und seinen Ausschluss durch sein Verhalten provoziert.
Neben der Vorsitzenden, der Rechtsanwältin Ines Praxmarer, urteilten vier Beisitzer über Dornauer. Die Landespartei bestellte den Ex-Landeshauptmannstellvertreter und früheren geschäftsführenden Landesparteivorsitzenden Gerhard Reheis und den Gewerkschafter Marc Deiser, der Oberndorfer Bürgermeister Hans Schweigkofler und die Funktionärin Regina Huber aus Bad Häring wurden von Dornauer ausgewählt.
LA Georg Dornauer am Montag 20. April 2026 während der Sitzung SPÖ-Parteischiedsgericht "Zweite und voraussichtlich letzte Sitzung im Berufungsverfahren gegen den Parteiausschluss von Ex-SPÖ-Landesparteivorsitzendem Georg Dornauer", in Innsbruck.






