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Die Gewerkschaft erwarte sich in der nächsten - bereits fünften - Verhandlungsrunde ein "Angebot auf Augenhöhe, das uns einem gerechten Abschluss näher bringt", wie GPA-Chefverhandlerin Eva Scherz am Mittwoch in einem Statement zur APA sagte. Die Forderung nach vier Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung bleibe aufrecht, hieß es seitens der Gewerkschaft.
"Wir sind in Vorbereitung für die nächsten Schritte. Am 21. Jänner werden wir bei einer österreichweiten Betriebsrätekonferenz in Graz über den Verhandlungsstand informieren und die weitere Vorgangsweise beraten", so Scherz. "Die Belegschaften bereiten sich bereits auf weitere Maßnahmen wie Streiks vor", stellte die Gewerkschafterin den Arbeitgebern neuerlich die Rute ins Fenster.
Die Kollektivvertragsverhandlungen der rund 130.000 Beschäftigten in den privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufen laufen nun bereits seit 1. Oktober. Damals wurden die Gewerkschaftsforderungen an den Arbeitgeberverband (Sozialwirtschaft Österreich) übergeben. Der Wunsch der Arbeitnehmerseite lautet neben den vier Prozent Lohnerhöhung auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, insbesondere bei Teilzeitkräften.
Die Arbeitgeberseite versteht zwar prinzipiell das Begehr der Arbeitnehmer und würde diesem laut eigenem Bekunden gerne nachkommen, verweist aber auf die schlechten äußeren Umstände. "Es geht nicht darum, was wir wollen, sondern was wir können", sagte etwa Sozialwirtschaft-Österreich-Geschäftsführerin und Chefverhandlerin Yvonne Hochsteiner im Dezember. Man müsse sich darauf konzentrieren, Einrichtungen abzusichern, es werde nicht anders gehen, als dass die Arbeitnehmer "einen großen Schritt auf uns zugehen", betonte sie damals.
Das letzte Angebot der Arbeitgeberseite sah vor, dass die kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter ab 1. April 2026 um 2,3 Prozent steigen. Auf das Gesamtjahr 2026 gesehen würde das einer Erhöhung von 1,72 Prozent entsprechen (da für die ersten drei Monate keine Erhöhung vorgesehen wäre). Die Gewerkschaften lehnten dieses Angebot als "unzureichend" ab.
Nach dem Scheitern der dritten Verhandlungsrunde wurde seitens der Arbeitgeber im Dezember die schon davor angekündigte Streikdrohung wahr gemacht: Anfang Dezember kam es an den rund 400 Standorten der Betriebe zu stundenweisen Arbeitsniederlegungen an drei Tagen. Nachdem auch die vierte Verhandlungsrunde Mitte Dezember keine Annäherung brachte, wurden die Betriebe danach neuerlich an drei Tagen stundenweise bestreikt.
Auf ihre Anliegen aufmerksam machen auch die Beschäftigten in den Privatkrankenanstalten. Am Donnerstag (8. Jänner) wollen die rund 10.000 Beschäftigten mit einem Aktionstag und Medienterminen ein "deutliches Zeichen gegen drohenden Lohnraub" setzen. Bei den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen seien nur Lohn- und Gehaltserhöhungen über der Inflation akzeptabel, hieß es in einer Aussendung der Gewerkschaft vida im Vorfeld der fünften Kollektivvertragsverhandlungsrunde am 12. Jänner.
"Große Träger" wie "Porr, Strabag oder Uniqa" würden "weiterhin Gewinne schreiben", so die Gewerkschaft - die Beschäftigten hingegen würden zu Zurückhaltung aufgefordert. "Profite dürfen nicht auf dem Rücken jener gemacht werden, die tagtäglich für die Versorgung von Patient:innen Verantwortung tragen. Es braucht Verbesserungen, keine weiteren Verschlechterungen für die Beschäftigten im Gesundheitsbereich", so die vida. Aktionen geplant sind im Anton Proksch Institut in Wien sowie im Reha-Zentrum Bad Schallerbach in Oberösterreich.






