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Den höchsten Anstieg verzeichneten die Sozialversicherungen bei den Ausgaben zur Vermeidung von Krankheitsursachen. Für die sogenannte Primärprävention bezahlten die fünf Sozialversicherungsträger 2023 noch 223 Mio. Euro, im Vorjahr waren es 296 Mio. Euro. Auf Maßnahmen wie die betriebliche und schulische Gesundheitsförderung oder die Durchführung von Impfprogrammen entfiel 2025 damit um ein Drittel mehr Geld. Für diesen Bereich wird allerdings verhältnismäßig wenig Geld ausgegeben. Der Anteil an den Gesamtausgaben für präventive Maßnahmen veränderte sich zwischen 2023 und 2025 von 6,1 auf 6,7 Prozent.
Zur Früherkennung von Krankheiten stellten die Sozialversicherungen im Jahr 2025 843 Mio. Euro zur Verfügung. Relativ zu den Gesamtausgaben von 4,41 Mrd. Euro entsprach dies einem Anteil von 19,1 Prozent. Gegenüber 2023 verzeichnete man bei den Mitteln zur Sekundärprävention einen Anstieg von 21 Prozent, etwa zur allgemeinen Vorsorgeuntersuchung, Jugendlichenuntersuchung für Lehrlinge, Früherkennung von Brust-, Gebärmutterhals-, Darm- oder Hautkrebs oder für Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen.
Bei den Vorsorgeuntersuchungen vermeldeten die Sozialversicherungen für 2025 eine Rekordbeteiligung von 1,5 Mio. Patientinnen und Patienten (54 Prozent weiblich, 46 Prozent männlich). Damit nahmen im Vorjahr 20 Prozent der Zielgruppe ab 18 Jahren an einer Gesundenuntersuchung teil. Fast gleich viele Untersuchungen wurden 2025 im Rahmen des Eltern-Kind-Passes in Anspruch genommen, dessen Leistungsumfang in diesem Monat ausgeweitet wurde.
Mit Abstand am meisten Geld floss 2025 wie auch in den Vorjahren in die Tertiärprävention. Mit rund 3,27 Mrd. Euro (2023: 2,74 Mrd. Euro) entsprach dies rund drei Viertel der Gesamtausgaben. Allerdings hat sich der Anteil an den Gesamtausgaben im zeitlichen Verlauf von 75 auf 74 Prozent leicht verringert.
Davon umfasst sind vor allem Leistungen im ambulanten und stationären Bereich, die einen Krankheitsverlauf verzögern oder aufhalten sollen (z. B. Physiotherapien nach einem Bandscheibenvorfall). Auch Maßnahmen, die zur medizinischen und sozialen Rehabilitation nach Krankheiten oder Unfällen notwendig sind (z. B. Hilfsmittel zur Bewältigung des Alltags), zählen zu dieser Kategorie. Für diese beiden Bereiche fielen Ausgaben von 3,14 Mrd. Euro an (2023: 2,62 Mrd. Euro). Für Kuraufenthalte, Abnehmcamps für Jugendliche oder Betriebsreihenuntersuchungen zahlten die Träger im Vorjahr 161 Mio. Euro - eine Steigerung von 29 Prozent gegenüber 2023 mit 125 Mio. Euro.
Unterschiede gibt es auch bei der Verteilung der Kosten auf Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherungen. Während die Krankenversicherungsträger Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) und die Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS) die Mehrheit der Ausgaben für die Primär- und Sekundärprävention abdecken, übernimmt die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) den Großteil im Bereich der Tertiärprävention. Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) trägt am meisten zur Primärprävention bei.
Für den Vorsitzenden des Dachverbands, Peter McDonald, ist die Präventionsbilanz "eine erste Basis", um weitere Diskussionen innerhalb der Selbstverwaltung und mit der Bundesregierung anzuregen, "was die nächsten Schritte sein können". Dem stellvertretenden Vorsitzenden der ÖGK schwebt etwa eine Ausweitung des Darmscreeningprogramms und der Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen in Verbindung mit einem Anreizmodell nach SVS-Vorbild vor. Von den jährlich 48.000 Krebsdiagnosen sei rund ein Drittel durch Prävention vermeidbar.
Auf Zustimmung stießen McDonalds Forderungen auch bei der stellvertretenden Vorsitzenden der Konferenz der Sozialversicherungsträger, Claudia Neumayer-Stickler: "Unser Anspruch ist, dass Menschen möglichst lange eine Chance auf ein Leben in guter Gesundheit haben." Für die stellvertretende AUVA-Obfrau und Leiterin des Referats für Gesundheits- und Sozialversicherungspolitik im Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) sind dafür auch bereits getätigte und zukünftige Mehrinvestitionen im Bereich Frauen-, Kinder- und Arbeitergesundheit ausschlaggebend.
Im internationalen Vergleich liegt Österreich zwischen den Nachbarländern Deutschland und der Schweiz. Laut einer Erhebung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lagen Österreich (78 Euro) und die Schweiz (57 Euro) im Jahr 2024 weit abgeschlagen hinter Deutschland mit Präventionsmaßnahmen im Wert von 175 Euro pro Kopf. Mit einem Wachstum der Ausgaben von rund 24 Prozent bzw. 15 Euro zwischen 2019 und 2024 verzeichnete Österreich prozentuell die höchste Steigerung im Vergleich mit Deutschland (20 Prozent) und der Schweiz (15 Prozent).
