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Selenskyj sieht schwere nächste Phase für Ukraine

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++ ARCHIVBILD ++ Selenksyj sieht steigenden Druck auf die Ukraine
©APA, dpa, Kay Nietfeld
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt sich auf eine schwere nächste Phase im Krieg gegen Russland ein. "Diese Frühlings- und Sommermonate werden politisch und diplomatisch ziemlich schwierig", erklärte Selenskyj in am Freitag freigegebenen Äußerungen vor Journalisten. Es werde sowohl auf dem Schlachtfeld als auch diplomatisch Druck auf die Ukraine geben, den Krieg zu beenden. Bis September werde es sehr schwer werden.

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Zugleich teilte er mit, dass ungenannte Partner Kiew gebeten hätten, die Angriffe auf den russischen Ölsektor zu reduzieren. Hintergrund seien die weltweit gestiegenen Preise infolge des Iran-Krieges und der Eskalation im Nahen Osten. Selenskyj betonte jedoch, dass Russland im Gegenzug seine eigenen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen einstellen müsse, wenn es eine Deeskalation wolle.

Die USA hatten im März wegen des Krieges mit dem Iran die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend gelockert, um die globalen Energiemärkte zu stabilisieren. Nach der am Dienstag verkündeten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran äußerte Selenskyj nun die Hoffnung, dass die Strafmaßnahmen wieder vollständig in Kraft gesetzt werden.

Die ukrainische Armee hatte zuletzt ihre Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Exporthäfen wie Ust-Luga und Primorsk an der Ostsee verstärkt, um Moskaus Einnahmen zu schmälern. "Wenn die Russen wollen, dass dies aufhört, müssen sie ihre Angriffe einstellen, und dann werden wir entsprechend handeln", sagte der Präsident.

Der ukrainische Präsident forderte die Wiederaufnahme der von der Regierung in Washington vermittelten trilateralen Friedensgespräche mit Russland in den kommenden drei Monaten. Er räumte jedoch ein, dass die USA dem Friedensprozess in der Ukraine nicht viel Zeit widmeten. Bisher brachten drei Verhandlungsrunden in diesem Jahr keinen Durchbruch. Kiew weigert sich, der russischen Forderung nachzugeben und die verbliebenen Gebiete in der ostukrainischen Region Donbass abzutreten. Unterdessen dauern die Kämpfe entlang der mehr als 1.200 Kilometer langen Frontlinie an, wobei beide Seiten verstärkt Ziele weit hinter der Front angreifen.

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