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Nach Drohungen der Houthi-Miliz und Luftalarm war in Riad am Dienstagabend eine heftige Explosion zu hören gewesen. Zuvor hatten die Behörden die Bewohner der Stadt per Mobiltelefon vor einer "feindlichen Bedrohung aus der Luft" gewarnt.
In der Ostprovinz im Osten des Königreichs hatte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die Houthis nach eigenen Angaben zwei von den Houthis abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen und zerstört. Eine Rakete zielte demnach auf die Stadt Dhahran, in der sich der Hauptsitz von Aramco befindet. Beim Abfangen der Rakete seien auch Trümmer auf ein Wohnviertel gestürzt. Die zweite Rakete habe die ebenfalls in der Ostprovinz gelegene Stadt Harad mit ihren Ölanlagen zum Ziel gehabt.
Saudi-Arabien erinnert angesichts der Angriffe an die Vorschriften für Fotos und Videos bei solchen Attacken. "Sehen Sie zum Schutz der nationalen Sicherheit davon ab, die Abwehr von Raketen und Drohnen oder die Orte, an denen sie landen, zu filmen oder zu veröffentlichen", teilte das Innenministerium in Riad am Dienstagabend mit. Wer solche Aufnahmen veröffentliche, mache sich strafbar.
Für US-Bürger hatten diese Vorschriften bereits Konsequenzen. "US-Amerikaner sind festgenommen worden, weil sie Fotos der jüngsten Ereignisse machten", teilte die US-Botschaft in Riad am Montag mit. Die Vertretung fügte als Erinnerung hinzu: "Besucher und Bewohner unterliegen den örtlichen Gesetzen während ihres Aufenthalts in Saudi-Arabien."
Die Militärkoalition bestätigte am Dienstag ihrerseits weitere Angriffe auf den Jemen. Betroffen gewesen seien eine Ölanlage in der von den Houthis kontrollierten jemenitischen Hauptstadt Sanaa und zwei weitere Einrichtungen in den Provinzen Saada und Dhamar, erklärte Koalitionssprecher Turki al-Maliki. Diese hätten der Kriegsführung der Houthis gedient. Vor dem Angriff in Sanaa hatte die Koalition die Zivilbevölkerung aufgefordert, das Gelände zu räumen.
Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz hatte für Angriffe auf Sanaa Vergeltung angekündigt. Jeder Angriff auf Sanaa werde "mit einer harten und schmerzhaften Antwort in der feindlichen Hauptstadt Riad beantwortet", erklärte Houthi-Militärsprecher Jahja Saree. Als mögliche Ziele nannte er den Flughafen und eine Aramco-Raffinerie in Riad sowie den Aramco-Hauptsitz in Dammam.
Bei Houthi-Angriffen auf den Flughafen von Riad waren in den vergangenen Tagen 18 Menschen getötet worden, davon 13 allein bei einem Angriff am Samstag. Dabei wurden mehr als 300 weitere Menschen verletzt.