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Eine lückenlose Luftraumüberwachung ohne aktive Luftraumsicherung sei eine Illusion, meinte der hohe Militär in einer Aussendung. Diese Fähigkeit könne Österreich derzeit ausschließlich mit den Eurofightern sicherstellen. Wer diese aktive Komponente infrage stelle oder verzögere, nehme bewusst in Kauf, dass Österreich seine eigene Sicherheit und damit auch seine Neutralität nicht mehr wirksam schützen könne und aufs Spiel setze.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) nannte es im Interview mit der "Presse am Sonntag" "wichtig", dass man die Sonderfinanzierung, die man in der Frage der Eurofighter-Nachfolge brauche, in die Budget-Verhandlungen mit hinein nehme. Je früher man die Zusagen bekomme, umso besser sei es. Freilich beschwichtigt die Ministerin auch: "Das technische System der Eurofighter besteht noch bis 2035. Es ist also noch etwas Zeit."
Striedinger hält jedoch nicht viel vom Zuwarten: "Wenn wir jetzt keine Nachbeschaffung einleiten, wird der österreichische Luftraum spätestens ab 2035 faktisch ungeschützt sein - das wäre ein Freifahrtschein für jede Bedrohung und jeden Angriff aus der Luft."
Es stelle sich die Frage, ob es sich um Marterbauers Privatmeinung oder die der SPÖ handle, meinte Marchetti. Die nationale Ausweichklausel auf EU-Ebene gebe Österreich Flexibilität im Defizitverfahren, um Verteidigungsausgaben erheblich zu erhöhen und weiter in die Sicherheit zu investieren. Auch die Europäische Kommission habe Österreich dringend empfohlen, die Verteidigungsausgaben stark zu erhöhen: "Der Spielraum ist gegeben, es fehlt offenbar nur der politische Wille."
Unter Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) habe das Bundesheer die schwierigste Phase seiner Geschichte erlebt. "Irrationale Entscheidungen bei Beschaffungen und pazifistische Fantasien" hätten der Landesverteidigung massiv geschadet: "Diese Fehler dürfen wir nicht wiederholen, schon gar nicht bei der Sicherheit", schreibt Marchetti. Den Luftraum zu verteidigen sei einen Verpflichtung kein Nice-to-have.






