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Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Tirol und die Steiermark seien betroffen und niedrige Grundwasserpegel werden zum österreichweiten Problem. Auch zeige der Wasserhaushaltsbericht 2026 des Umweltministeriums die Dramatik der Lage: Rund 70 Prozent der Messstellen in Österreich wiesen demnach im April 2026 unterdurchschnittliche Grundwasserstände auf und schon 2022 und 2023 lagen die Werte vielerorts unter den 100-jährigen Tiefstständen, hieß es weiter.
Die ÖVGW erinnerte zudem an die aktuellen Geosphere-Klimadaten wonach der heurige April einer der trockensten seit Beginn der Messungen 1858 gewesen war. "Bereits Ende März 2026 wiesen rund 65 Prozent der Grundwassermessstellen niedrige Niveaus auf. Auch der in den letzten Tagen gefallene Niederschlag entschärft die aktuelle Situation nicht wesentlich", wurde in der Aussendung gewarnt.
"Niedrige Grundwasserpegel und geringe Quellschüttungen sind heute kein regionales Phänomen mehr, sondern können mittlerweile in ganz Österreich auftreten", wurde der ÖVGW-Vizepräsident Nikolaus Sauer zitiert. Die Versorgung der Haushalte mit rund 130 Litern Trinkwasser pro Person und Tag müsse "unter allen Umständen gewährleistet werden". Die ÖVGW fordert deshalb klare gesetzliche Rahmenbedingungen. "Im Fall einer temporären Wassermangelsituation muss die Trinkwasserversorgung jedenfalls Vorrang vor anderen Nutzungen haben", so Sauer.
Zur geforderten verpflichtenden Aufzeichnung aller Wasserentnahmen hieß es, dass derzeit nicht festgestellt werden könne, wie viel Wasser insgesamt aus Grundwasserkörpern entnommen werde. "Wir sind hier im Blindflug unterwegs", erklärte Sauer seine Forderung nach der Umsetzung des entsprechenden Regierungsprogramms. Auch zusätzliche Investitionen in die bestehende Infrastruktur seien notwendig, wie der Ausbau von Rohrnetzen, Speicheranlagen und Verbindungsleitungen.
"Gleichzeitig ist es wichtig, die Versorgung breiter aufzustellen, etwa durch die Erschließung zusätzlicher Wasserspender wie Quellen und Brunnen, sowie den Bau von größeren Transportleitungen, die das Wasser von wasserreicheren Regionen in wasserärmeren Regionen transportieren", betonte Sauer. Diese kostenintensiven Maßnahmen würden jedoch gezielte Anreize sowie Kofinanzierungen durch die öffentliche Hand erfordern. Nicht zuletzt sei auch ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung und bei anderen Wassernutzern (Industrie und Landwirtschaft) für einen verantwortungsvollen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser "entscheidend für die langfristige Versorgungssicherheit", so Sauer.






