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Milo Rau inszeniert einen "Prozess gegen Deutschland"

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Aktionistischer Theatermacher: Milo Rau
©APA, GEORG HOCHMUTH
Unter Vorsitz der ehemaligen deutschen Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) hat in Hamburg ein fiktiver, drei Tage dauernder "Prozess gegen Deutschland" begonnen. Nach einer Idee und in der Inszenierung des Schweizer Starregisseurs und Wiener Festwochenintendanten Milo Rau verhandeln auf der Bühne des Thalia Theaters bis Sonntag Juristen und Juristinnen, Bürger und Prominente ohne vorgegebenes Textbuch über ein mögliches Verbot der rechtspopulistischen Partei AfD.

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Vor ausverkauften Zuschauerreihen sprachen am Freitagabend unter anderem Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD), die US-amerikanische Philosophin und Direktorin des Einstein Forums in Potsdam, Susan Neiman, und der Publizist Harald Martenstein.

Rau (49), umstrittener Urheber radikaler postdramatischer Bühnenprojekte, bringt damit erstmals einen seiner theatralen "Prozesse" nach Deutschland. In Hamburg formulierte er sein aktuelles Anliegen in einer Vorrede. "Was genau ist die Alternative für Deutschland, die uns die AfD anbietet? Wollen wir diese Alternative, und falls nicht: Sollen wir sie dann nicht verhindern? Im Zweifelsfall durch ein Verbot, wie es der Rechtsstaat vorsieht und der Verfassungsschutz empfiehlt?", fragte Rau.

Brosda erklärte in seiner anschließenden Eröffnungsrede: "Ich hoffe, dieser Prozess wird uns helfen, uns der Bedeutung und der Schutzwürdigkeit unserer Demokratie neu zu versichern."

Nach den Eröffnungsplädoyers am Freitagabend werden in fünf Vorstellungsterminen drei "Fälle" verhandelt. Neben der Frage nach einem Parteiverbot lautet eine weitere: "Verherrlicht die AfD Gewalt?" Der dritte Fall ist nicht weniger aktuell und stellt die Frage: "Sollte es ein Social-Media-Verbot für alle unter 16 geben?" Zum Showdown kommt es in der Abendvorstellung am Sonntag mit Schlussplädoyers und den Entscheidungen der Geschworenen.

Los geht es mit den Eröffnungsplädoyers am Freitagabend. Insgesamt werden in weiteren vier Vorstellungsterminen drei "Fälle" verhandelt. Neben der Frage nach einem Parteiverbot lautet eine weitere: "Verherrlicht die AfD Gewalt?" Der dritte Fall ist nicht weniger aktuell und stellt die Frage: "Sollte es ein Social-Media-Verbot für alle unter 16 geben?" Zum Showdown kommt es in der Abendvorstellung am Sonntag mit Schlussplädoyers und den Entscheidungen der Geschworenen.

Das Gerichtsszenario wird auch als Video-Livestream auf der Website des Theaters ausgestrahlt. Es bildet den Abschluss der Hamburger Lessingtage. Sie verstehen sich als politisches Festival und wurden 2010 vom damaligen Thalia-Chef Joachim Lux ins Leben gerufen. In diesem Jahr hat der Theatermacher und designierte Leiter der Berliner Volksbühne, Matthias Lilienthal (56), das Festival kuratiert.

(S E R V I C E - https://www.thalia-theater.de/de )

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