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Jedes dritte Kindergartenkind mit anderer Erstsprache

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Kindergärten werden gefragter
©APA, HANS KLAUS TECHT, Themenbild
Der Spracherwerb stellt heimische Kindergärten zunehmend vor Herausforderungen: Fast jedes dritte Kind (32,1 Prozent) im Alter von drei bis fünf Jahren, das eine elementare Bildungseinrichtung besucht, hat nicht Deutsch als Erstsprache. In Wien sind es 60 Prozent. Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) appellierte am Donnerstag in einer Pressekonferenz vor allem an die Mütter, die Sprache zu lernen: "Wir müssen den Teufelskreis durchbrechen."

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Laut aktuellem Monitoringbericht zur elementaren Bildung 2025/2026 der Statistik Austria variieren die Zahlen laut Bundesland deutlich. So folgt dem Spitzenreiter Wien Vorarlberg mit 28,9 Prozent an Kindern mit einer anderen Erstsprache als Deutsch, dann Oberösterreich (26,8), Salzburg (22,6), Niederösterreich (20,6) und das Burgenland (20,3). Unter 20 Prozent liegen Tirol (19,4) und Kärnten (17,9). Für die Steiermark stehen keine vollständigen Daten zur Verfügung.

Die Ministerin verwies dabei auch auf das von ihr vorangetriebene Integrationspflichtengesetz im Zusammenhang mit der von der Regierung geplanten Reform der Sozialhilfe. Dieses biete eine "große Chance", derzeit sei es vielen Frauen aus zugewanderten Familien kaum möglich, einen Deutschkurs zu besuchen. "Was es braucht, sind Eltern, die selbst Deutsch lernen", so Bauer.

Anlass für die Forderung Bauers war die Präsentation des Monitoringberichts gemeinsam mit der fachstatistischen Generaldirektorin von Statistik Austria, Manuela Lenk. Laut den aktuellen Zahlen sind fast 95 Prozent der 3- bis 5-Jährigen in einer elementaren Bildungseinrichtung betreut worden, bei den Kindern bis 2 Jahren waren es rund 36 Prozent. In VIF-konformen Einrichtungen - also solchen, die mit einer Vollzeitbeschäftigung der Eltern vereinbar sind - betrug der Anteil der bis 5-Jährigen in Österreich 59,6 Prozent.

Der Monitoringbericht bestätigt auch erneut, dass die Besuchsquoten mit dem Alter der Kinder markant steigen. Im Zeitraum 2025/26 betrug diese bei den Unter-Einjährigen 3,6 Prozent, bei den Einjährigen bereits 35 Prozent. Ab einem Alter von zwei Jahren sind bereits deutlich mehr als die Hälfte der Kinder in Betreuung. Und fast alle fünfjährigen Kinder (98,1 Prozent) besuchen österreichweit elementare Bildungseinrichtungen.

Familienministerin Bauer sieht in den im Vergleich zu den Vorjahren abermals gestiegenen Besuchszahlen das Engagement des Bundes bestätigt. Seit Beginn der Kostenbeteiligung 2008 sei die Besuchsquote enorm gestiegen. Und: "Mir ist vollkommen bewusst, dass wir weiterhin am Ausbau der Kinderbetreuung arbeiten müssen." So gebe es regional noch zu wenig Plätze, auch die Betreuungszeiten reichten oft nicht aus.

Auch weitere interessante Ergebnisse förderte der Monitoringbericht zutage: So arbeitet mehr als die Hälfte (53,2 Prozent) der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren in Teilzeit. Väter mit Kindern in dieser Altersgruppe arbeiten dagegen nach wie vor mehrheitlich in Vollzeit. Dennoch stellte Familienministerin Bauer klar, dass es nicht Aufgabe des Staates sei, diesbezüglich Vorgaben zu machen. "Niemand muss sich in Österreich dafür rechtfertigen."

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