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Entweder wolle die ÖVP in "Casino-Mentalität" die Pensionen zum Spekulationsobjekt machen oder einfach nur Geld verschieben, kritisierte die blaue Sozialsprecherin. Beides bringe jedenfalls nichts für das Pensionssystem. "Stocker geht es aber gar nicht um die Absicherung, sondern offenbar nur darum, einen markigen Sager zu machen, ohne diesen durchgedacht zu haben", findet Belakowitsch.
Offen für des Kanzlers Vorschlag zeigten sich die Industriellenvereinigung und der pinke Koalitionspartner. "Mehr Kapitaldeckung kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, unser Pensionssystem breiter und langfristig stabiler aufzustellen", argumentierte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Entscheidend seien dabei eine langfristige, professionelle und von kurzfristigen budgetpolitischen Interessen unabhängige Veranlagung sowie klare und transparente Rahmenbedingungen. Der effektivste Hebel für ein nachhaltiges Pensionssystem sei aber ein höheres gesetzliches Antrittsalter.
Auch NEOS-Sozialsprecher Johannes Gasser betonte, dass mehr Kapitaldeckung im Pensionssystem eine "gute Idee" sei und langfristig zu dessen Stabilisierung beitragen könne. Ein Staatsfonds allein löse allerdings nicht die "grundlegenden Probleme" und ersetze auch nicht "überfällige Reformen". Gasser begrüßt jedoch den Vorschlag und schlägt vor, ihn gemeinsam mit weiteren Reformvorschlägen beim Pensionsgipfel im Herbst zu beraten.
Wenig vom Pensionsgipfel wie auch von der Erhöhung des Pensionsantrittsalters hält jedenfalls ÖGB-Chef Wolfgang Katzian. "Den Gipfel finde ich für nicht relevant. Wenn die NEOS einen machen wollen, sollen sie ihn machen, das ist mir eigentlich egal", sagte Katzian am Samstag bei Ö1 im "Journal zu Gast".
Ein "klares" Nein kommt vom Gewerkschaftschef auch zur Anhebung des Pensionsantrittsalters. Bereits jetzt gehe jede dritte Frau und jeder vierte Mann aus der Arbeitslosigkeit in die Pension. Wenn man nun das Pensionsantrittsalter weiter anhebe, "dann habe ich noch mehr Leute, die aus der Arbeitslosigkeit in die Pension gehen", argumentierte Katzian. Ein großer Prozentsatz von Unternehmen nehme keine Mitarbeiter über 60 Jahre auf. Aus ÖGB-Sicht sei ein Bonus-Malus-System nötig, das Betriebe belohnt, die Menschen über 60 beschäftigen. "Dann könnte man auf dieser Basis auch darüber diskutieren, wie man nächste Schritte setzen kann", so der Gewerkschaftschef: "Dazu ist aber weder die Wirtschaft noch die Politik bereit, und daher bin ich nicht bereit, über eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters zu diskutieren."
