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Die "Washington Post" hatte zuvor berichtet, dem Infizierten sei der Rückflug in die USA nicht erlaubt worden, weshalb er schließlich nach Deutschland ausgeflogen worden sei. Seine Behandlung habe sich dadurch verzögert, schreibt das Blatt weiter. Dieser Bericht sei "absolut falsch", zitiert die "Washington Post" nun einen Sprecher des Weißen Hauses. "Das oberste und einzige Anliegen der Trump-Regierung ist es, die Gesundheit und Sicherheit der amerikanischen Bürger zu gewährleisten", sagte Sprecher Kush Desai demnach weiter.
"Die Charité-Klinik in Deutschland gilt international als eine der weltweit besten Einrichtungen für die Behandlung und Eindämmung von Viruserkrankungen wie Ebola und steht den führenden Einrichtungen hier in den Vereinigten Staaten in nichts nach", sagte der Sprecher des Weißen Hauses. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte die Verlegung nach Berlin mit den kürzeren Flugzeiten und der Erfahrung bei der Ebola-Behandlung an der Charité begründet.
Die "Washington Post" hatte geschrieben, Grund für die Zurückhaltung des Weißen Hauses seien vor allem Bedenken über die öffentliche Wahrnehmung und Sorge vor Kritik und Angst in der US-Bevölkerung. Die Zeitung erinnerte an den Ebola-Ausbruch in Westafrika ab 2014. Damals seien infizierte US-Bürger zur Behandlung in die USA geflogen worden. Donald Trump, der damals noch nicht US-Präsident war, hatte dies kritisiert.
Der Vater, ein Arzt, hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt. Auch seine Familienmitglieder hatten sich den Angaben zufolge zuvor dort aufgehalten. Sie gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Sie seien zuletzt symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieß es vonseiten des Ministeriums. Der Mann war bereits am Mittwoch in der Früh in der geschützten Isolierstation der Charité aufgenommen worden. Dort ist seine Versorgung mittlerweile angelaufen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet er sich in einem "stabilen Zustand".
Wie zuvor der Familienvater erreichten Mutter und Kinder Berlin mit einem Spezialflugzeug. Zur Charité erfolgte der Transport ebenfalls mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug. Eskortiert wurde es von zahlreichen Motorrädern und Autos der Polizei sowie Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen. Kurz vor 1.00 Uhr erreichte der Konvoi das Krankenhaus.
Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.
Im Kongo und in Uganda gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehr als 500 Verdachtsfälle und mehr als 130 vermutete Ebola-Todesfälle, der Großteil davon im Kongo. Einige Dutzend Fälle wurden bisher im Labor bestätigt. Die WHO geht davon aus, dass die wahre Zahl deutlich höher liegt, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet werden. Der Ausbruch passiert in der östlichen Unruheprovinz Ituri, wo nach Kämpfen rund 100.000 Menschen auf der Flucht sind. Die Provinz grenzt an Uganda und den Südsudan. WHO-Experten gehen von einer ernsten Lage in Zentralafrika aus, sehen aber keine Gefahr für eine Pandemie.






