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Als "Alt-Pop" beschreibt die Sängerin ihre Musik: "Ich experimentiere immer wieder mit Ambient, Indie, Elektronik und Rock - ich schnuppere da überall mal rein -, aber im Kern ist es immer eine Form von Alternative-Pop, würde ich sagen. Oder Electropop wie bei diesem Album." Ihre britische Herkunft bezeichnet Chinouriri als "wichtigen Teil" ihrer Identität. Geprägt wurde sie von unterschiedlichen Einflüssen, ihre Eltern stammen aus Simbabwe.
Die aktuelle Single "One Song Away From Crying" hat mit breiten Synth-Flächen viele Fans überrascht, aber auch begeistert, wie in den Onlinereaktionen nachzulesen. Der Song lockt auf die Tanzflächen. "Ja, er hat ein bisschen Boogie-Vibe", schmunzelt Chinouriri. "Ich habe mit (dem US-Produzenten) Eli Teplin gearbeitet und gemeint, dass ich gerne etwas hätte, das mehr Spaß macht und tanzbar ist. Eli fing an, auf den Synthesizern zu spielen, und wir dachten uns: Oh, okay, das ist wohl die Richtung, in die wir gehen."
Aber das ist nur eine Seite. Der Song "Baby Steps" kommt etwa soulig, "Shiver" poppig und der mit dem schönen Titel "AAAHHH!!!" wiederum fast punkig daher. "Meine Co-Schreiberin Mary Weitz meinte: Lass uns eine Stunde Zeit nehmen, um einen Song zu schreiben. Ich sagte: Okay, versuchen wir's." Angesichts der Aufgabe rief Chinouriri aus: "Aaahhh, ich bin so verwirrt." Daraus sei tatsächlich in der vorgegebenen Zeit dieser schrullige Song entstanden. "Ich finde es schön, dass wir ihn auf diesem Album unterbringen konnten. Das harmoniert sehr gut mit dem Indie-Rock-Stil, den ich früher gemacht habe."
Überwiegend verbreitet "I Think I Spoke Too Soon" gute Laune. "Wenn man ein Album mit dem Titel 'What a Devastating Turn of Events" gemacht hat, möchte man danach etwas Positiveres schaffen", schmunzelt die in Nordlondon lebende Künstlerin. Nach besagtem Debüt von 2024 wurde sie für zwei Brit-Awards nominiert. "Dadurch ist mir klar geworden, dass man meine Karriere wahrnimmt. Ich nehme mich selbst eher zurück, deshalb hatte ich nie damit gerechnet, Anerkennung aus der Branche zu bekommen. Es war cool, sie auf diese Weise zu erfahren."
Wie geht Chinouriri mit ihrer Bekanntheit um? "Ich umgebe mich mit sehr bodenständigen Menschen. Ich sage mir immer wieder, dass nichts wirklich zählt außer der Musik und der Verbindung zu den Fans. Das ist mein Fundament." Was die Branche betrifft: "Es gibt ja immer Erwartungen, wie man sich verhalten oder was man tun soll. Aber ich denke mir: Wenn die Leute mich mögen, dann mögen sie mich. Wenn nicht, ist das Ganze ohnehin nicht wichtig. Am Ende zählen nur die Songs und die Fans."
Das Schwierigste an ihrem Beruf sei "der Zeitplan", lacht Chinouriri. "Das Fliegen und das Schlafen in fremden Betten! Man verbringt 90 Prozent seiner Zeit mit Reisen, nur um dann eine Stunde lang irgendwas zu tun. Es ist ziemlich hart, dabei immer glücklich und nicht ständig müde zu sein. Ich habe eigentlich Angst vorm Fliegen und bin am liebsten zu Hause."
Neue Erkenntnisse hat die Sängerin auf Tournee mit Sabrina Carpenter gewonnen: "Mir wurde klar, wie hart sie arbeitet. Trotzdem nimmt sie sich unglaublich viel Zeit für andere Menschen und ist sehr herzlich. Zu sehen, wie jemand auf diesem Niveau und in dieser Größenordnung agiert und dabei so viel Anmut und Arbeitsmoral an den Tag legt, das war sehr inspirierend."
Einen bestimmten Auslöser, eine Musikkarriere zu ergreifen, habe es für sie nicht gegeben, erzählte Chinouriri. "Es lag wohl an der Schule. Hätten sie mich nicht an der Brit School (für darstellende Künste, Anm.) angenommen, wäre ich wohl Polizistin geworden. Als ich die Zusage erhielt, dachte ich mir: Ich muss das jetzt zu 100 Prozent durchziehen, das ist ein Zeichen."
(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E - www.rachelchinouriri.com )
