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Rockband Mother's Cake mit Kübelsolo und Keller-Vibes

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Die Rockband Mother's Cake unterwirft sich keinem Stil
©Mother's Cake, APA
Seit 2008 steht Mother's Cake für solide Rockmusik. Die in Tirol gegründete Band hat sich über bisher fünf Studioalben nie einem einzigen Stil unterworfen. Der neue Streich, das am 9. Oktober erscheinende "We R All Gonna Die", macht da keine Ausnahme: "Generell wollten wir vor allem ein bisschen schnellere Sachen haben, ein bisschen mehr in your face", sagt Sänger und Gitarrist Yves Krismer. Zwischen fetten Gitarrensounds hat dabei auch ein Kübelsolo Platz gefunden.

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Es sei eine spontane Herangehensweise gewesen, erzählt Krismer im APA-Interview. "Das Album hat auch ein bisschen die Keller-Vibes, weil wir den Großteil im Haus von Alex Kerbl (Schlagzeuger und Produzent, Anm.) in vier, fünf Tagen aufgenommen haben. Das war eigentlich cool. Ungestresst, so ein bisschen Hausatmosphäre, man trinkt einen Kaffee, hockt sich ins Wohnzimmer. Das Studio war eigentlich wie ein Kinderzimmer."

Man gehe "immer ziemlich konzeptlos" an die Arbeit, sagt Krismer. "Also schon mit so einem groben irgendwie, in welche Richtung es diesmal eher gehen soll. Weil wir aber recht offen sind, kommt auch immer verschiedenes Zeug raus." Und in welche Richtung sollte es denn diesmal irgendwie gehen? "Rauer. Punkiger. So punkig halt Mother's Cake sein kann. Dreckig, nicht so viel Synth, mehr gitarrenlastig. Wir wollten eher raw bleiben. Das Album ist nicht megaheftig durchproduziert, außer ein, zwei Nummern vielleicht. 'Going Down' ist wohl mehr die ausproduzierte, ausgecheckte Nummer."

Das angesprochene Lied erinnert mit seinem Groove an die Red Hot Chili Peppers, oder? "Es hat mehr die Michael-Jackson-Vibes. Ein bisschen düsterer Michael Jackson", kontert der Sänger. "Vor allem der Beat. Im Jackson-Song 'They Don't Care About Us' gibt es diesen Beat, der ist unserem ähnlich. In dem Lied haben wir noch Klarinettensolo und ein Kübelsolo. Eigentlich ist der Kübel nur dabei, weil wir das in meinem Keller aufgenommen haben und keine Percussions zur Hand waren." Also musste der Kübel herhalten.

Man habe "generell mehr darauf geachtet, dass die Vibes passen, statt alles größer oder fetter zu machen", so Krismer. Das Album bietet keine Reise, wie Musiker gerne betonen, sondern unterschiedliche Songs mit "vielen verschiedenen Mixes", betont der Sänger. "Wenn man es sich durchhört, ist man teilweise überrascht. Zumindest glaube ich das."

"We R All Gonna Die" ist per se keine schöne Botschaft. "Na ja, man kann es so oder so sehen. Das ist ja auch nicht so ernst gemeint." Von den Texten her sei das Album "schon ein bisschen ein Runterzieher", meint Krismer. "Ich will nicht sagen negativ, aber es ist doch von der Zeit geprägt - mit allem, was passiert ist und immer noch passiert. Die ganze Welt fühlt sich zurzeit nicht so rosig an. Irgendwie spiegelt das Album das auch ein bisschen wider. Aber es ist nicht alles voll ernst."

Im vergangenen Jahr waren Mother's Cake in Südafrika, Indien und Mexiko auf Tournee. "Das Highlight war für mich Mexiko", sagt der Sänger und Gitarrist. "Die Leute dort mögen noch ein bisschen mehr Rock'n'Roll-Musik und Gitarren-Sound. In Europa hast du oft das Gefühl, dass mehr Electronic angesagt ist, Psychedelic im deutschsprachigen Raum dagegen leider nicht sehr wie im UK oder eben in Mexiko."

Wie fällt Yves Krismers persönliches Fazit nach all den Jahren Mother's Cake aus? "Cool, aber schwierig. Mit einem innerlichen Druck, vor allem, wenn man es hauptberuflich machen will und man Familie hat. Das alles irgendwie unter den Hut zu bringen, ist schwierig. Da braucht es eine gewisse innerliche Coolness, die ich oft nicht habe. Ich denke oft, wie das alles gehen soll. Dann passiert wieder eine unvorhergesehene Sache, durch die es doch weitergeht."

Die Band geht auf Tournee und startet am 9. und 10. Oktober in Innsbruck (Treibhaus). Nach Gastspielen in Salzburg (18.11.), Wels (19.11.), Klagenfurt (20.11.), Kufstein (21.11.), Deutschland, der Schweiz, in Tschechien und in den Niederlanden endet die Konzertreise am 12.2.27 in der Arena Wien.

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - www.motherscake.com/shows )

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Mother's Cake

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