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Sivan wurde 1995 im südafrikanischen Johannesburg geboren und wuchs in Australien auf. Schon als Kind sang er, später war er auch als Schauspieler zu sehen, etwa als junger Wolverine im Blockbuster "X-Men" (2009). Auf YouTube veröffentlichte Sivan als Teenager Videos, Vlogs und Musikaufnahmen. 2013 machte er seine Homosexualität öffentlich. Kurz darauf unterschrieb er seinen ersten Plattenvertrag.
Aus dem YouTuber wurde ein internationaler Popstar und für viele Schwule eine Ikone. Denn Sivan, der mittlerweile in Melbourne und Los Angeles lebt, singt offen über Männer, Verlangen, Unsicherheit und queere Erfahrungen, ähnlich wie der britische Popstar Sam Smith.
Zu seinem Markenzeichen gehören freizügige Texte und provokante Videos. In "Bloom" etwa verpackt Sivan sexuelle Anspielungen in eine kunstvolle, blumige Sprache. Auch "Rush", der große Clubhit seines vergangenen Albums, setzt auf Körperlichkeit und ungehemmte Lust. Sivan zeigt dabei nicht nur Sex, sondern auch Selbstbestimmung: Queere Begierde sollte nicht versteckt oder entschuldigt werden.
"She's the Best" beginnt für viele überraschend. Denn der Titelsong ist kein klassischer Dance-Pop, sondern arbeitet mit lässigem Sprechgesang, Trip-Hop-Rhythmus und verzerrten Gitarren. Es geht ausnahmsweise um eine namenlose Frau, die Sivan bewundert. Im Video wird die von Hollywood-Star Nicole Kidman gespielt.
"Mein ganzes Leben habe ich im Umfeld unglaublicher Frauen verbracht", sagte der Musiker der dpa. Die Frauen in seinem Leben seien der stabile Teil gewesen, während sich vieles andere verändert habe. "Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, will ich mich nicht an das ganze Chaos erinnern. Ich will lieber das würdigen, was in dieser Zeit wirklich für mich da war - nämlich meine Freundinnen."
Auf dem Rest des Albums geht es dann hauptsächlich um Männer. Auf "Canada Dry" beschreibt der Sänger etwa seine Lust auf einen attraktiven Kanadier. Die Sprache ist verspielt und bewusst anzüglich - genau jene Mischung aus Humor und Erotik, die viele mit Sivan verbinden.
Die zweite Single "Party" ist noch stärker auf den Dancefloor zugeschnitten. Sivan beschreibt das Lied, in dem auch der Refrain des Madonna-Hits "Music" zu hören ist, als hypnotische Hymne auf das Tanzen mit Freunden und Fremden. Nach lautem House- und Party-Pop wird das Album ruhiger und nachdenklicher.
"Ich hab meine Alben eigentlich immer wie Tagebücher behandelt, also als Momentaufnahmen von bestimmten Lebensabschnitten. Und hier waren einfach beide Seiten wahr", betonte der 31-Jährige. "Dieses ständige Hin und Her auf der Bühne, um die Welt reisen, mich total verbunden fühlen mit mir und anderen. Und auf der anderen Seite: das komplette Gegenteil. Am Ende habe ich entschieden: Die ehrlichste Version dieses Tagebuchs zeigt beides."
