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Auf der Platte überzeugen die bewährten, aber mit Frische und Dringlichkeit gemischten Zutaten: Punkrock-Gitarren, geschliffene Texte, ein Gespür für Witz und ein durchaus kritischer Blick auf die Welt. Der Song "Ich nehm das Amt nicht an" serviert gleich zu Beginn grantelnde Gitarren und einen rotzigen Text, der eine Welt beschreibt, die sich von Fakten abgewandt hat. "Ändern wir je den Akkord?" zelebriert eine lässige Rock-Attitüde, nutzt sie allerdings, um mit einer gewissen Wut im Bauch von Gedankenlähmung zu erzählen. Die Sterne sind eine Band, die mit den Mitteln der Poesie gesellschaftliche Entwicklungen reflektiert.
Sie versteht sich auch auf herrliche Ironie, etwa im Song "Ich habe nichts gemacht (außer weiter)". Er liefert eine selbstkritische Bestandsaufnahme der vergangenen Jahrzehnte. Der Song "Wenn es Liebe ist" ist kein klassisches Indie-Pop-Liebeslied. Vielmehr geht es darin um Macht und Unterwerfung, Aufklärung und Mut vor dem Hintergrund der Kriegserfahrungen der Vorfahren.
Am Ende setzt die Band einen überraschenden Schlussakkord. Denn in "Immer noch sprachlos" erklingt reiner Gitarrenpunk ohne jeden Text über die Dauer von knapp zehn Minuten. Die Sterne trauen sich das. Im Frühjahr 2026 wollen sie das neue Werk auf einer großen Tour präsentieren. In Österreich macht die Band am 29. März im Rockhouse Salzburg und tags darauf im Porgy & Bess in Wien Station.






