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Der Roman erweist sich als bissige Parabel auf Totalitarismus und Krieg und damit von erschreckender Aktualität. Eine Schiffsbesatzung findet vor Sumatra eine unbekannte Gattung Molche. Aufgrund ihrer Intelligenz werden sie als billige Arbeitskräfte eingesetzt und vermehren sich rasch auf dem gesamten Globus. Bald überflügeln sie die Menschen an Zahl bei weitem und verlangen neuen Lebensraum. Die friedliche Koexistenz endet abrupt und es entspinnt sich ein erbitterter Krieg ums Überleben für die Menschheit.
Weist der Roman zu Beginn burleske Züge auf, mit satirischen Überspitzungen voller Komik, so entwickelt er sich immer mehr zu einer tiefschwarzen, grimmigen Endzeitgeschichte. Karel Čapek schrieb den Roman 1936, als der aggressive deutsche NS-Staat mit seiner Ideologie vom Kampf um Lebensraum die Tschechoslowakei in ihrer Existenz bedrohte. Sie war eine der wenigen noch existierenden europäischen Demokratien. Der Roman spiegelt die Verzweiflung des Schriftstellers angesichts der erstarkenden totalitären Regime. "Der Krieg mit den Molchen" ist ein zeitloser Klassiker der utopischen Literatur und eine dringende Mahnung an die Gegenwart.
(S E R V I C E - Karel Čapek: "Der Krieg mit den Molchen", Neu übersetzt von Doris Kouba, S. Fischer Verlag, 368 Seiten, 26,70 Euro)
FRANKFURT AM MAIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/S.Fischer Verlag
