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Die Geschichte beginnt mit einer Ordensverleihung am französischen Nationalfeiertag des Jahres 1999. Der mit verlorenem Blick im Rollstuhl sitzende Großvater bekommt von der Feier, bei der er den Orden der Ehrenlegion erhält, kaum mehr etwas mit. Dies sei wohl die "Urszene" des Buches gewesen, schreibt Rouanet, die nach dem Tod des Großvaters wenige Monate später einen Ordner mit Dokumenten erbte. Gefälschte Dokumente, handgekritzelte Notizen über mögliche Landeplätze in der Normandie, Briefe, Zeitungsausschnitte und Gestapofotos vermittelten ihr eine Ahnung von der Zeit, in der es Todesmut erforderte, für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einzustehen.
Ausgehend vom Rekonstruierten und unter Verwendung der echten Namen und Decknamen der Widerstandskämpfer erzählt sie eine fiktive Geschichte über die Brüder Pierre, Jean und Louis Sicre. Pierre ist als Pilot in Algerien stationiert und fliegt zur Aufklärung für die bevorstehende Landung der Alliierten über die Provence und über Italien. Der junge Familienvater Jean absolviert als Kurier mit dem Rad eine gefährliche "Tour de France" mit Post, Funkgeräte-Teilen und Waffen und wirkt bei gefährlichen nächtlichen Flügen zwischen Großbritannien und dem besetzten Frankreich mit, bei denen Material und Personen hin- und herbefördert werden. Der jüngste Bruder, Louis, der vor dem Krieg bei der Marine als Funker ausgebildet wurde, verliert bei seinen Aktivitäten sein Leben.
Die geerbten Dokumente, die teilweise im Anhang des Buches abgebildet sind, hat Nathalie Rouanet vor kurzem dem Musée de la Résistance in Montauban vermacht. Aus ihrem Roman liest sie am kommenden Mittwoch in der Wiener Buchhandlung Südwind.
(S E R V I C E - Nathalie Rouanet: "Durch Nebel und Nacht", Edition Atelier, 144 Seiten, 20 Euro; Lesung am 21.10., 19 Uhr, in der Südwind Buchwelt, Wien 9, Schwarzspanierstraße 15)
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Edition Atelier
