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"Ich musste da nicht lange überlegen", sagte die Oscar-Gewinnerin ("Everything Everywhere All At Once") der dpa in London über Brooks. "Ich hätte auch eine Kellnerin gespielt, die nur einen Satz sagt, ganz ehrlich. Er ist einfach ein herausragender Regisseur."
In der Komödie, für die Brooks auch das Drehbuch schrieb, spielt "Sex Education"-Star Mackey die idealistische Politikerin Ella McCay, die überraschend zur Gouverneurin ihres US-Bundesstaates aufsteigt. Hochmotiviert versucht sie, progressive politische Ziele umzusetzen, stößt dabei aber schnell auf Widerstand. Als obendrein rauskommt, dass Ella arglos Privates und Berufliches vermischt hat, droht ein Skandal.
Auch privat läuft es nicht rund für Ella. Das Verhältnis zu ihrem Vater Eddie (Woody Harrelson), der ihre verstorbene Mutter Claire (Rebecca Hall) früher regelmäßig betrogen hat, ist gestört. Ihr kleiner Bruder Casey (Spike Fearn) hat sich von der Außenwelt zurückgezogen. Und auch in Ellas Ehe kriselt es, seit sie Gouverneurin ist, denn ihr geltungsbedürftiger Ehemann Ryan (Jack Lowden) fühlt sich zurückgesetzt. Immerhin Ellas liebevolle und resolute Tante Helen (Jamie Lee Curtis), die sie großgezogen hat, steht bedingungslos zu ihr.
"Es ist selten, dass jemand wie er bei mir anruft und mir so eine zentrale Rolle anbietet", sagt Curtis über Brooks. "Als ich dann gesehen habe, wie wichtig Helen für Ella ist, war mir sofort klar: Ich mach's! Und ich habe es wirklich genossen. So eine tolle Rolle!" Tatsächlich ist Curtis, die mit 64 Jahren gefragter denn je ist, der echte Star des Films. Tante Helen ist eine dieser lustigen und herzlichen Figuren, die man einfach liebhaben muss. Inspiriert wurde Brooks dabei von seiner eigenen großen Schwester.
Der Film sei ohnehin eine sehr persönliche Angelegenheit - "mehr als üblicherweise", erzählte der 85-Jährige der dpa. Denn er selbst finde sich in Ellas Bruder Casey wieder. "In gewisser Weise war ich der kleine Bruder der Hauptfigur Ella McKay", so Brooks. "Ich war der kleine Bub, der behütet und beschützt wurde, nicht nur von meiner Mutter, sondern auch von meiner älteren Schwester."
Fernsehzuschauern ist Brooks als Schöpfer der Comedy-Serien "Mary Tyler Moore", "Taxi" und - noch wichtiger - als Produzent der Zeichentrick-Kultserie "Die Simpsons" bekannt. Es ist daher kein Zufall, dass Ellas Assistentin Estelle von Julie Kavner gespielt wird, die Marge Simpson seit Jahrzehnten ihre Stimme leiht. "Ich kenne Julie Kavner, seit sie 19 Jahre alt war", sagt Brooks über seine 75 Jahre alte Weggefährtin. "Ich liebe sie einfach." Kavner fungiert in der Originalfassung von "Ella McCay" auch als Erzählerin aus dem Off.
Der Film spielt - so heißt es am Anfang - "zu einer Zeit, als wir uns noch gegenseitig mochten", genauer gesagt 2008. "Ich wollte zurück in eine unschuldigere Zeit", erklärte Brooks im dpa-Interview. "Denn was momentan in den USA passiert, ist diese gewaltige Spaltung." Tatsächlich wirkt "Ella McCay" wie ein Film aus den 90er Jahren, ein wenig altmodisch.
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