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"Während die Musik immer mehr von der Technologie erstickt wird, wollte ich Bilder im Staub malen", sagte Buchanan in einer Mitteilung zum Album. "Dieser Weg fühlt sich für mich richtig an, und ich bin an einem Punkt angekommen, an dem es kein Zurück mehr gibt. "Weapons of Beauty" ist der Klang dieser tektonischen Verschiebungen in mir – zu laut, um sie zu überhören."
Mit anderen Worten: Buchanan brauchte ein Ventil für die Musik, die nicht ganz zu Rival Sons passt. Dafür zog er sich nach eigener Aussage drei Monate in einen unterirdischen, fensterlosen Bunker in der kalifornischen Mojave-Wüste zurück. In der Einsamkeit schrieb er in dem kleinen Raum melancholische Songs voller Verletzlichkeit über Sehnsucht und Sinnsuche. "Eine Raupe weiß, wann es Zeit ist, sich in den Kokon zu begeben", so Buchanan. Sein Album ist der Schmetterling.
Das Ergebnis klingt wie ein musikalischer Roadtrip durch Amerika. Vom melancholischen Liebeslied "Caroline" über die Western-Ballade "High And Lonesome" bis zum dramatischen Titelsong "Weapons Of Beauty" erzählt jedes Lied eine kleine Geschichte. Zu den wenigen Songs, die etwas wuchtiger sind, zählen "True Black" mit einem Hauch von R&B und Blues sowie das wuchtige "Deep Swimming", das ein wenig an Bruce Springsteen erinnert.
Auch "Tumbleweed" hat dieses filmische Gefühl, das man von Springsteen oder den nicht weniger grandiosen Killers kennt. Buchanan beweist nun, dass er ebenfalls ein begabter Geschichtenerzähler ist. "She loved him before the money. He needs her now that it"s gone", singt er mit viel Gefühl. "There was addiction in his family. An overdose on religion had distorted his reality."
Der Vergleich greift natürlich zu kurz. Aber die musikalische Nähe ist nicht Buchanans einzige Verbindung zu Bruce Springsteen. Vor kurzem spielte er eine Rolle in "Springsteen: Deliver Me From Nowhere". In dem Biopic über den "Boss" mit Jeremy Allen White in der Hauptrolle trat er als Sänger der Hausband in New Jerseys legendärem Musikclub "Stone Pony" auf.
Auf "Weapons Of Beauty" arbeitete Buchanan mit dem langjährigen Rival-Sons-Produzenten Dave Cobb zusammen, der für die Werke von Country-Stars wie Chris Stapleton, Shooter Jennings und die Zac Brown Band verantwortlich zeichnete, aber auch für so unterschiedliche Künstler wie Europe, Lady Gaga und Take That. Für die Aufnahmen holte das Duo erfahrene Session-Musiker aus Nashville ins Studio.
"Überraschenderweise habe ich Verletzlichkeit noch nie als so stärkend empfunden", sagt Jay Buchanan. Mit "Weapons Of Beauty" legt der Rival-Sons-Frontmann ein grandioses Solodebüt mit viel Gefühl und Atmosphäre vor, das Lust auf mehr macht.
Um den Fortbestand seiner erfolgreichen Band muss man sich indes keine Sorgen machen. Im April sind Rival Sons Teil der Besetzung von "Little Steven's Underground Garage Cruise", einer Rock'n'Roll-Konzert-Kreuzfahrt. Little Steven ist der Gitarrist von Bruce Springsteen.
(Von Philip Dethlefs/dpa)






