Von der „Cafetieré“ übers „Espresso“ bis zum „Drechsler“: Diese Lokale zeichnen sich durch sehr unterschiedliche Toast-Zugänge aus, gemein ist ihnen allen die Ambition.
Je einfacher ein Gericht – und die Zubereitung eines Schinken-Käse-Toasts braucht definitiv keinen Abschluss einer Pariser Kochschule –, desto schwieriger, es zur Perfektion zu bringen. Ein vielversprechender Ansatz ist, nur beste Zutaten zu verwenden, ein anderer, es damit aber auch nicht zu übertreiben.
Was freilich nichts daran ändert, dass auch und vor allem beim Toast jeder und jede ganz persönliche Vorlieben hat. Diese Adressen zeichnen sich durch sehr unterschiedliche Toast-Zugänge aus, gemein ist ihnen allen die Ambition.
1. Die Cafetière
Auch wenn man sich nicht von Influencer- und TikTok-Hypes verrückt machen lassen soll – der Toast namens „Karl Heinz“, den Peggy Strobel in ihrem charmanten Mid-Century-Café zubereitet, ist Weltklasse. Kein Wunder, die Frau war lange Restaurantleiterin bei Mraz & Sohn, verwendet nur beste Zutaten und vor allem viel Butter.
Die Cafetière
Wipplingerstraße 25 (1010)
2. Sluka
Die Konditorei Sluka beim Rathaus ist so wunderbar altmodisch, dass man hier mit größtem Vertrauen zu altmodischer Kaffeehaus-Gastronomie greifen kann, da die hier zur Meisterschaft gebracht wird. Seien es Hascheehörnchen oder Augsburger „Saure Hund’“, sei es Eiaufstrich-Brötchen oder eben Toast. Dem hier in der Version „Imperial“ mit Serrano, Räucherkäse und Tomatenpesto quasi ein Denkmal gesetzt wird.
Sluka
Rathausplatz 8 (1010)
3. Espresso
Auch das charmante Szenelokal in Wien-Neubau setzt auf den prickelnden Kontrast zwischen Retro und Moderne: In dem originalgetreu renovierten 50er-Jahre-Café wird Natural Wine ausgeschenkt, zum Apéro geladen und fantastischer Toast serviert. Brot vom Slowbaker, Schinken vom Thum, reichlich Butter, alles bio.
Espresso
Burggasse 57 (1070)
4. Ludwig & Adele
Das beste Kino-Lokal des Landes weiß, was es seinem studentisch-cineastischen Publikum schuldig ist: Für den Toast in dem im Künstlerhaus-Ensemble perfekt gelegenen Lokal kommen Bio-Schinken, Vorarlberger Bergkäse und das überaus geeignete Erdäpfel-Toastbrot von Joseph Brot zum Einsatz.
Ludwig & Adele
Akademiestraße 13 (1010)
5. toast.ed
Wenn schon, denn schon, dachte sich Esra Üner-Aydin und konzentrierte sich in ihrem kleinen Café gleich ganz auf das geröstete Brot mit Einlage. Auf die klassische Kombo gibt sie allerdings wenig, ihr Renner ist der koreanische Hype-Toast „Egg Drop Sandwich“, die anderen Toasts kann man mit Trüffelpesto, Pastrami, Falafel, Feta, Hummus und Sonstigem bekommen.
toast.ed
Gumpendorfer Straße 38/2 (1060)
6. AUX
Die neue, coole Weinbar im ehemaligen Tonbandarchiv des Wiener Funkhauses ist ein klassischer Fall von aus der Not gemachter Tugend: Es gibt hier keine klassische Küche, daher dient der Toaster als Herd, und der generiert im AUX einen der besten Käsetoasts vulgo „Grilled Cheese Sandwich“ der Stadt.
AUX
Argentinierstraße 30 (1040)
7. Café Depot
Eine ganz ähnliche Situation im Depot Café im ehemaligen Jahrhundertwende-Möbelhaus Marek. Vor Kurzem wieder eröffnet, setzt man in der Bar des Kultur- und Diskussionsforums „Depot“ auf guten Wein, guten Kaffee und nicht zuletzt auf guten Toast in breiter Angebotsfülle.
Café Depot
Breite Gasse 3 (1070)
8. Café Schäffin
Eines der interessantesten Lokalprojekte der vergangenen Monate, denn die drei jungen Quereinsteiger setzten sich zum Ziel, die in Österreich etablierten extrem hohen Gastronomiepreise deutlich zu unterbieten, um auch weniger Wohlhabenden einen Lokalbesuch zu ermöglichen. Das Brot stammt daher vom Nachbarn, Kimchi, Quittenmarmelade und Gochugaro-Mayo zum Grilled Cheese Sandwich sind selbstgemacht.
Café Schäffin
Schäffergasse 22 (1040)
9. Café Drechsler
Gut, früher aß man den Toast im Drechsler um 5 Uhr Früh nach einer langen Nacht, diese Zeiten sind allerdings vorbei. Aber dafür ist der Toast besser: Erdäpfeltoast, Beinschinken vom letzten Schlachter Wiens, Heublumenkäse meets Cheddar, Kren-Gervais und Senf-Mayo, Salat gibt’s auch dazu.
Café Drechsler
Linke Wienzeile 22 (1060)
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 09/2026 erschienen.







