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Auch wenn seit der letzten Einnahme dann ausnahmsweise 25 Stunden vergangen sind: "So eine Zeitverschiebung von einer Stunde ist bei Medikamenten kein Thema", sagt die Apothekerin.
Grundsätzlich ist es aber wichtig, sich an feste Einnahmezeiten zu halten, wenn die jeweiligen Medikamente das einfordern. Das ist vor allem der Fall bei Arzneimitteln mit einer geringen therapeutischen Breite, also mit Wirkstoffen, "die in kleiner Menge große Effekte haben", wie die Apothekerin übersetzt. Beispiele dafür sind Medikamente gegen Parkinson oder Epilepsie, aber eben auch Kortison.
Eine Ausnahme gibt es aber mit Blick auf die Zeitumstellung: Antibiotika. Je nach Präparat nimmt man sie bei bakteriellen Infektionen ein-, zwei- oder sogar dreimal am Tag ein. Für einen stabilen Wirkstoffspiegel im Körper sind die Abstände zwischen den Einnahmen entscheidend:
Am Sonntag, an dem die Winterzeit frisch begonnen hat, orientiert man sich bei der nächsten Antibiotika-Einnahme nicht an der Uhrzeit, sondern am Abstand zur letzten Einnahme, so Friederike Habighorst-Klemm.
In dem Fall kann die Extra-Stunde, die die Umstellung auf die Winterzeit mit sich bringt, tatsächlich von Nachteil sein. Denn es gilt die Faustregel: "Bei Antibiotika im Zweifel die Zeiträume zwischen den Einnahmen nicht verlängern, sondern lieber ein klein bisschen verkürzen", sagt die Apothekerin. "Bakterien vermehren sich ruckzuck - und brauchen daher regelmäßig einen auf die Mütze."
Übrigens: Wer verreist und sich durch sein Urlaubsziel eine Zeitverschiebung von mehr als zwei Stunden einkauft, sollte sich vorab damit beschäftigen, was das für die Medikamenteneinnahme bedeutet, so die Apothekerin. In vielen Fällen macht eine schrittweise Anpassung Sinn. Wer sichergehen will, lässt sich individuell in der Apotheke beraten.
WITTENBERGE - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Christin Klose/Christin Klose
