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Woran der Crunch bei Airfryer-Pommes scheitern kann

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Bei größeren Mengen lohnt es sich, auf den Backofen umzusteigen
©APA, dpa, Christin Klose, GMS
Die Burger sind fertig, die Dips angerührt, der Salat steht längst auf dem Tisch. Es fehlt nur noch die Beilage. Also wandern selbst geschnittene Kartoffelstäbchen oder eine gekaufte Portion Pommes in den Airfryer. Die Heißluftfritteuse wird inzwischen gern als der "Thermomix der Gen Z" betitelt, manchmal auch als "Thermomix der Millennials". Ganz ohne Fett soll sie die gleiche Knusprigkeit wie eine klassische Fritteuse bringen - dabei aber deutlich kalorienärmere Ergebnisse.

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Und tatsächlich: Wenige Minuten nachdem die Pommes in den Airfryer der Autorin gewandert sind, duftet die Küche verheißungsvoll. Doch beim Blick in den Garkorb folgt oft die Ernüchterung: Die Pommes sind stellenweise goldbraun, an anderer Stelle noch blass und weich. Den Korb bis zum Rand zu füllen, war keine gute Idee - auch wenn viele hungrige Menschen am Tisch sitzen.

Pommes aus dem Airfryer - für zwei Personen mag das funktionieren. Sollen aber acht Gäste gleichzeitig knusprige Pommes bekommen, wird aus der schnellen Beilage schnell ein Geduldsspiel. Denn die meisten Airfryer sind eher für kleine Portionen gemacht. Wie also gelingen Pommes am besten - und wann ist der Backofen die bessere Wahl?

Früher waren Backofenpommes der gesunde Kompromiss für all jene, die Zuhause keine Fritteuse nutzen wollten: weniger Geruch und weniger Fett, dafür meist auch weniger Geschmack. Der Airfryer verspricht nun beides zugleich - knusprige Pommes mit deutlich weniger Öl.

Tatsächlich arbeitet eine Heißluftfritteuse ganz anders als eine klassische Fritteuse: Statt die Kartoffeln vollständig in heißes Fett zu tauchen, zirkuliert heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit um die Pommes. Das spart Fett und Energie, verändert aber auch das Ergebnis.

Wie genau erklärten zwei Experten: Sowohl Kochbuchautor Peter Kowalski ("Das Airfryer-Kochbuch für Männer"), der auch unter dem Namen "airfryingkowa" auf Instagram aktiv ist, als auf die Wahl-New Yorkerin Svenja Ostwald, ebenfalls Kochbuchautorin ("The Healthy Airfryer Kitchen"), schwören auf Pommes aus der Heißluftfritteuse.

"Klassisch frittierte Pommes schwimmen im Fett, im Airfryer reichen ein bis zwei Esslöffel Öl für dieselbe Menge Kartoffeln - die heiße Umluft übernimmt den Rest. Das senkt Kalorien und Fett massiv, ohne dass man auf Röstaromen verzichten muss", sagt Svenja Ostwald.

Ob selbst gemachte oder tiefgekühlte Pommes - schon die Kartoffel entscheidet über das Ergebnis, ist Franz-Josef Siegers überzeugt. Der Kartoffelbauer produziert selbst Pommes für Supermärkte in seiner Region und die Gastronomie und sagt: "Es muss eine Kartoffel mit hohem Stärkegehalt sein, die Stärke sorgt für die Knusprigkeit."

Siegers, der auch Kartoffeln für Airfryer-Pommes anbaut, empfiehlt späte Sorten wie Melody oder Babylon.

Auch die Dicke der Pommes spielt eine Rolle: "Eine klassische Fritte hat eine Kantenlänge von zehn mal zehn Millimetern, bei der Airfryer-Fritte gehen wir auf neun mal neun", sagt Siegers. Dünner sollten sie seiner Meinung nach nicht werden: "Unter neun Millimetern kommt der Charakter der Kartoffel nicht mehr heraus."

Wer möglichst wenig Arbeit haben möchte, ist mit Tiefkühlpommes gut beraten. "TK-Pommes sind der bequeme Weg - meist schon vorfrittiert und dadurch im Airfryer zuverlässig knusprig, ohne Vorarbeit", sagt Svenja Ostwald, die selbst allerdings immer auf frische Kartoffeln setzt.

Pommes-Produzent Franz-Josef Siegers rät dazu, darauf zu achten, ob die Kartoffeln beim TK-Produkt vorbehandelt wurden: "Viele Hersteller nutzen Panaden aus Weizenstärke, um die Pommes knuspriger zu machen", sagt Siegers, "damit sind sie dann aber nicht mehr glutenfrei." Auch Maissirup wird von manchen Herstellern zu den Pommes gegeben, das gibt ihnen einen zusätzlichen süßen Geschmack.

Eigentlich klingt das Prinzip simpel: Pommes in den Korb, Programm starten, fertig. In der Praxis scheitert der Crunch aber oft an Kleinigkeiten.

Nach Erfahrung von Kartoffelbauer Franz-Josef Siegers steckt häufig noch zu viel Feuchtigkeit in der Kartoffel. Oder der Korb ist zu voll. Was ist zu tun?

Wer nicht Tiefkühlpommes nutzt, sondern frische Kartoffeln verwenden will, braucht etwas mehr Zeit - wird dafür aber mit mehr Geschmack belohnt.

Nach dem Wässern sollten die Pommes Marke Eigenbau aber nicht gleich direkt in den Airfryer-Korb. Stattdessen müssen die Kartoffeln sorgfältig trocken getupft werden. Erst dann kommen Öl und Gewürze dazu. Anders als bei der klassischen Fritteuse empfiehlt Peter Kowalski, die Pommes schon vor dem Backen zu salzen. Nach dem Garen hafte das Salz deutlich schlechter.

Für besonders viel Crunch setzt Svenja Ostwald auf zwei Garstufen:

Schütteln nicht vergessen: Während des doppelten Frittierens sollte der Airfryer-Korb mit den Pommes zwei- bis dreimal geschüttelt werden. Sind sie fertig, sollte man sie sofort servieren. Dann sind sie am knusprigsten.

WITTENBERGE - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Christin Klose/Christin Klose

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