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Wie erspare ich mir Fußpilz als Schwimmbad-Mitbringsel?

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Die Füße sollte man immer gut abtrocknen
©APA, Christin Klose, dpa-tmn
Juckreiz, Rötungen und rissige Haut zwischen den Zehen: Fußpilz ist Betroffenen meist peinlich. Dabei passiert es rasch, dass man sich so eine Hautinfektion einfängt, etwa im Schwimmbad. Der Dermatologe Afschin Fatemi verrät im Interview, warum das so ist - und wer mit Fußpilz lieber direkt zum Arzt oder zur Ärztin geht.

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Fatemi: Schwimmbäder sind warme und feuchte Orte, in denen gleich mehrere Bedingungen zusammenkommen, die Fußpilz begünstigen. Schwimmbäder werden täglich von sehr vielen Menschen besucht, von denen einige Fußpilz haben. Die Infizierten verlieren dann Hautschuppen, die Pilzsporen enthalten. Sie landen auf Böden, Matten, Bänken oder in den Duschbereichen.

Die Feuchtigkeit im Schwimmbad hilft den Pilzsporen beim Überleben. In trockenen Umgebungen würden sie viel schneller absterben. In feuchten Räumen können sie tage- bis wochenlang überleben.

Menschen, die barfuß und mit vom Wasser aufgeweichter Haut auf diese Sporen treten, infizieren sich dann. Die Pilze können leicht in die Hornschicht der Haut eindringen. Der Bodenkontakt ist dabei der Hauptübertragungsweg.

Fatemi: Das ist recht simpel: indem man Badeschlapfen trägt - in der Umkleide, der Dusche und am Beckenrand. Im Wasser selbst ist es unwahrscheinlich, sich mit Fußpilz zu infizieren. Wer die Schlapfen außerhalb des Wassers überall trägt, muss in der Regel keinen Fußpilz befürchten.

Nach dem Schwimmen und dem Duschen sollte man sich außerdem die Füße gründlich mit einem frischen Handtuch abtrocknen. Wer ohnehin zu Fußpilz neigt, kann die Zehenzwischenräume auch kurz mit kalter Luft föhnen.

Im Alltag kann man darüber hinaus auf das passende Schuhwerk achten. Socken aus Materialien wie Baumwolle oder Merinowolle und luftdurchlässige, trockene Schuhe können zur Vorbeugung beitragen. Aggressive Desinfektionsmittel oder Teebaumöl hingegen schädigen die Hautbarriere eher, als dass sie eine sinnvolle Prophylaxe darstellen.

Fatemi: Die Behandlung von Fußpilz ist in der Regel recht unkompliziert. Es gibt verschiedene Antipilzmittel, sogenannte Antimykotika, die man rezeptfrei in der Apotheke bekommt. Dazu zählen die Wirkstoffe Clotrimazol, Bifonazol, Terbinafin und Ciclopirox. Bei konsequenter Anwendung von zwei bis vier Wochen sind die Mittel sehr effektiv. Bei der Anwendung ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Füße gewaschen und insbesondere in den Zehenzwischenräumen vollständig getrocknet sind.

Das Antipilzmittel wird dann dünn auf die betroffenen Stellen und leicht über den sichtbaren Rand hinaus aufgetragen. Nach dem Abklingen der Symptome sollte die Behandlung noch etwas fortgeführt werden, um eine erneute Auskeimung der Pilzsporen zu verhindern. Wenn eine Verbesserung ausbleibt, sich der Pilz weiter ausbreitet oder die Nägel betroffen sind, sollte man unbedingt zum Arzt gehen.

Übrigens: Menschen mit Diabetes oder einer Immunschwäche gehören zur Risikogruppe. Hohe Blutzuckerwerte, Durchblutungsstörungen, trockene oder rissige Haut sowie ein geschwächtes Immunsystem erleichtern das Eindringen von Pilzen und verzögern die Heilung. Deshalb sollten Betroffene bei jedem Verdacht auf Fußpilz unbedingt ärztlichen Rat einholen und die Behandlung nicht einfach selbst durchführen.

ARCHIV - Wer im Schwimmbad barfuß unterwegs ist, muss damit rechnen, Pilzsporen zu begegnen. (zu dpa: «Wie erspare ich mir Fußpilz als Schwimmbad-Mitbringsel?») Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

ILLUSTRATION - Eine warme und feuchte Umgebung haben Pilzsporen gern. Daher gilt: Füße gut abtrocknen - auch die Zwischenräume. (zu dpa: «Wie erspare ich mir Fußpilz als Schwimmbad-Mitbringsel?») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

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