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Vegane Fischalternativen für Verkoster eher durchschnittlich

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Vegane Alternativen können bei vielen Nährstoffen nicht mithalten
©APA, dpa, Sina Schuldt
Die Kampagne "Veganuary" lädt jeden Jänner dazu ein, pflanzliche Ernährung zu entdecken - mithelfen könnten zum Beispiel Fischersatzprodukte. In einem vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) am Montag vorgestellten Geschmackstest mit je fünf Thunfisch- und Lachsersatzerzeugnissen konstatierten die Verkoster aber "Luft nach oben": Jeweils eine Lachs- und Thunfischalternative wurden "gut" bewertet, der Großteil "durchschnittlich", ein Produkt "weniger zufriedenstellend".

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In einer Blindverkostung beurteilten 58 Personen den Geschmack von fünf Thunfisch- und fünf Lachsersatzprodukten sowie einer Kaviaralternative. Alle Erzeugnisse stammten aus EU-Ländern, eines davon aus einem heimischen 3-D-Drucker. Die Laien-Verkoster waren bunt gemischt: 14 Prozent ernähren sich vegan, 17 Prozent vegetarisch. Der Rest lebt flexitarisch - isst nur selten Fleisch und Fisch - oder omnivor, also ohne bewusste Einschränkung. Bewertet wurden Aussehen, Geruch, Mundgefühl bzw. Konsistenz, Geschmack sowie die Ähnlichkeit zum "echten" Fischprodukt.

Auf den Teller kamen im österreichischen Handel erhältliche vegane Alternativen zu Thunfischkonserven, Fischaufstrichen, Räucherlachs, Lachsfilets zum Braten und Kaviar. Zwei Produkte wurden als geschmacklich "gut" gelobt: "BettaF!sh Tu-Nah", eine Thunfischalternative, die stark an echten, gewürzten Thunfisch aus der Dose erinnerte, sowie "Vivera Filets Lachs-Art", ein Lachsersatz.

Die große Mehrheit wurde "durchschnittlich" bewertet, nur ein Lachsaufstrich "weniger zufriedenstellend". Bei vier Produkten wurde der Geschmack mehrheitlich als "ziemlich ähnlich" oder "komplett gleich" zum echten Fischprodukt eingestuft: "BettaF!sh Tu-Nah", "Garden Gourmet Thun-Visch", "VegaVita Räucherlaxx" und "Revo The Filet", das Produkt aus dem 3-D-Drucker.

Fisch punktet neben dem Eiweißgehalt mit Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Jod. "Vegane Alternativen können bei diesen Nährstoffen nicht in allen Bereichen mithalten", sagte VKI-Ernährungswissenschafterin Teresa Bauer. "Der Eiweißgehalt der veganen Nachbauten liegt im Schnitt unter dem der tierischen Produkte. Um den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zu erhöhen, werden manchen veganen Produkten jedoch Leinöl, Rapsöl oder Mikroalgenöle zugesetzt." Zwei vegane Lachsfilets waren zudem mit Vitaminen angereichert.

Die verkosteten Fischalternativen erreichen Nutri-Scores von A bis D - abhängig von Eiweiß-, Salz- und Fettgehalt. "Im direkten Vergleich schneiden Thunfisch in Öl bzw. eigenem Saft und frische Lachsfilets nährwerttechnisch meist etwas besser ab als die verkosteten veganen Nachbauten", berichtete Bauer. "Bei Thunfischaufstrichen und Räucherlachs liegen Fisch und verkosteter pflanzlicher Fischersatz oft gleichauf bei Nutri-Score C bzw. D."

Vegane Fischalternativen sind allerdings meist hochverarbeitet, denn sie enthalten häufig Aromen, Verdickungsmittel oder andere Zusatzstoffe. Allerdings weisen auch klassische Thunfischkonserven, Fischaufstriche und Räucherlachs oft einen hohen Verarbeitungsgrad auf - im Gegensatz zu frischen oder tiefgekühlten Natur-Fischfilets. "In der täglichen veganen Ernährung sollten natürliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Tofu, Sojadrinks und Nüsse bevorzugt werden", empfiehlt die Fachfrau. Pflanzliche Ersatzprodukte könnten aber "gelegentlich für Abwechslung sorgen".

(S E R V I C E - Ergebnisse online www.vki.at/veganer-fischersatz )

10.02.2020, Bremen: Veganes Fischfilet-Imitat der Marke Frosta wird auf der Messe "fish international"präsentiert. Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.

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