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Schlaganfall-Prophylaxe beim Zahnarzt

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++ ARCHIVBILD ++ Gesunde Zähne helfen gegen Schlaganfall
©APA, dpa, Rolf Vennenbernd
Chronische Entzündungen des Zahnfleisches bzw. Parodontitis und Karies erhöhen die Gefahr für das Auftreten eines Schlaganfalls dramatisch. Das hat eine neue US-Studie gezeigt, in der diese Faktoren einzeln und kombiniert untersucht wurden. Souvik Sen von der Neurologischen Abteilung der Universität des US-Staats South Carolina in Columbia und die Co-Autoren haben ihre Untersuchung vor kurzem in "Neurology" ({{a-PGEgaHJlZj0iaHR0cHM6Ly9nby5hcGEuYXQvaVlYalFmTkMiPg==}}https://go.apa.at/iYXjQfNC{{/a}})veröffentlicht.

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Schlaganfall-Prophylaxe sollte demnach bei weitem nicht nur Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Cholesterin etc. umfassen, sondern auch zum Zahnarzt führen. "Parodontitis und Karies sind weit verbreitete chronisch entzündliche Erkrankungen der Mundhöhle, die mit systemischen Gesundheitsfolgen einhergehen. Beide Erkrankungen erhöhen einzeln betrachtet das Risiko für ischämische Schlaganfälle (Verschluss von Gehirngefäßen durch ein Blutgerinnsel; Anm.), eine der häufigsten Ursachen für Krankheit und Tod. Bisher haben jedoch nur wenige Studien die kombinierte Wirkung von Parodontitis und Karies auf Schlaganfälle, Schlaganfall-Subtypen und schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse (...) untersucht", schrieben die Wissenschafter.

Die Experten werten die Daten von 5.986 Probanden aus der sogenannten ARIC-Studie aus, die zwischen 1996 und 1998 auch zahnmedizinisch untersucht worden waren. Es waren gesunde Personen. Im Mittel wurden sie 21 Jahre lang auf Schlaganfälle, Herzinfarkt, Angina pectoris etc. beobachtet. Bei 1.640 Personen war eine gute Zahngesundheit attestiert worden, 3.151 hatten hingegen Parodontitis ohne Karies, 1.195 Probanden Parodontitis plus Karies.

Die Resultate waren eindeutig. Im Beobachtungszeitraum von im Mittel etwas mehr als zwei Jahrzehnten erlitten 4,1 Prozent der Personen mit guter Zahngesundheit einen ischämischen Schlaganfall. Alleinige Parodontitis steigerte diese Gefährdung auf 6,9 Prozent. Parodontitis plus Karies führten zu einer Häufigkeit solcher schwerwiegender neurologischer Akuterkrankungen von zehn Prozent.

Als die Wissenschafter in der statistischen Analyse alle möglichen Störfaktoren ausglichen, war Parodontitis plus Karies mit einem um 86 Prozent erhöhten Risiko für einen Schlaganfall verbunden. Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse insgesamt traten um 36 Prozent häufiger auf. "Regelmäßige Zahnpflege (samt Zahnarztbesuch; Anm.) war hingegen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Parodontitis (minus 19 Prozent) und für Parodontitis plus Karies (minus 81 Prozent) verbunden", stellten die Autoren fest.

ARCHIV - 23.10.2023, Nordrhein-Westfalen, Mönchengladbach: Ein Zahnarzt schaut sich mit einem Spiegel die Zähne einer Patientin an. Die Zahngesundheit der Menschen in Schleswig-Holstein verbessert sich nach Angaben der Krankenkasse Barmer. (zu dpa: «Zahl der Zahnarztpraxen in Schleswig-Holstein sinkt») Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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