von
Demnach sollte man am besten eine neurologische Praxis aufsuchen, wenn der HNO-Arzt keine Ursache für den immer wieder auftretenden Schwindel feststellen kann.
Anders als bei der normalen Migräne ist das Hauptsymptom bei der vestibulären Migräne kein Kopfschmerz, sondern eben starke Schwindelattacken. Diese können nach ein paar Sekunden wieder vorbei sein, in Extremfällen aber auch mehrere Tage lang anhalten.
Mögliche Begleitsymptome wiederum entsprechen denen der bekannten Migräne:
- Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit
- ein starkes Ruhebedürfnis
- Auren, also ein Flimmern vor den Augen
Die Krankheit liegt oft in der Familie und tritt typischerweise im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auf, bei Frauen häufiger als bei Männern. Wer früher bereits unter Migräne litt, hat ein erhöhtes Risiko, von der Schwindelmigräne betroffen zu sein.
Neben den unangenehmen körperlichen Symptomen leiden Betroffene oft auch unter der Angst vor der nächsten Attacke. Manche trauen sich gar nicht mehr vor die Tür und igeln sich zu Hause ein.
Vestibuläre Migräne ist aktuell zwar nicht heilbar - es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten:
- Bei akuten Anfällen helfen Mittel gegen Schwindel und Übelkeit mit dem Wirkstoff Diphenhydramin, der auch etwa in Reisetabletten zur Anwendung kommt.
- Typische Migränemedikamente kommen ebenfalls infrage, etwa Schmerzmittel oder Triptane.
Auch zur Vorbeugung schwerer Schwindelattacken gibt es Optionen:
- Betroffene können bestimmte Betablocker, Antidepressiva oder Kalziumkanalblocker einnehmen oder sich bei besonders hohem Leidensdruck Antikörper spritzen.
- Sowohl zur akuten Behandlung als auch Prävention gibt es außerdem die neue Wirkstoffklasse der Gepante.
Betroffene sollten sich ärztlich beraten lassen, welche Option für sie am besten geeignet ist.
Daneben kann man das Risiko für Attacken abschwächen, indem man im Alltag gut auf sich achtet. Dazu gehört, ausreichend zu schlafen, Stress zu vermeiden und regelmäßig zu essen und zu trinken, damit das Gehirn stets genügend Energie hat. Moderater Ausdauersport, etwa eine halbe Stunde an zwei oder drei Tagen die Woche, ist günstig.
Gerade zu Beginn lohnt es sich, einen Kalender über Symptome und Aktivitäten zu führen, um individuelle Auslöser zu erkennen. Das können etwa Licht, Lärm, Schlafmangel, bestimmte Gerüche oder hormonelle Schwankungen sein.
Laut der Deutschen Hirnstiftung ist ein sorgfältig geführter Schwindelkalender aber auch nützlich, wenn noch gar keine Diagnose vorliegt. Notizen über Datum, Art, Dauer und Stärke des Schwindels sind in der Praxis dann von großer Hilfe.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Christin Klose






