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Nur drei von 84 Lachsprodukten "rückverfolgbar"

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Die Codes führen zu Lieferanten, nicht zu konkreten Zuchtbetrieben
©APA, dpa-tmn, Daniel Bockwoldt
Viele Lachsprodukte im Supermarkt erwecken mit Siegeln oder Codes den Eindruck, die Herkunft des Fischs sei lückenlos nachvollziehbar. In einem Test von Foodwatch Österreich war das jedoch nur bei drei von 84 geprüften Erzeugnissen der Fall: Sie "waren eindeutig bis zu einer einzelnen Fischfarm rückverfolgbar", so die Organisation am Mittwoch. 26 Produkte boten keine Möglichkeit, die Herkunft herauszufinden, bei weiteren 55 sei dies nicht eindeutig genug machbar gewesen.

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Besonders häufig befanden sich Systeme wie das GGN-Label (37 Produkte) oder das ASC-Siegel (neun Produkte) sowie händlereigene Tracking-Tools auf den untersuchten Produkten. Sie sollen die Lieferkette nachvollziehbar machen, etwa über Codes oder Online-Abfragen.

"Die Praxis zeigt jedoch gravierende Mängel", so Foodwatch: Statt einer Herkunftsfarm werden demnach bei GGN-Recherchen oft nur Händler oder lange Listen von bis zu 44 möglichen Produzenten angezeigt. In einigen Fällen hätten solche Tools fehlerhafte oder widersprüchliche Ergebnisse geliefert. ASC-Abfragen seien für Konsumentinnen und Konsumenten kaum nutzbar: "Die aufgedruckten Codes führen ausschließlich zu Lieferanten, nicht zu konkreten Zuchtbetrieben - bei falscher Menüauswahl werden sogar irreführende Ergebnisse angezeigt." Für "echte Transparenz" müssten die Kunden aber ein Erzeugnis eindeutig einer konkreten Farm zuordnen können - "alles andere ist irreführend", so die Konsumentenschützer.

"Immer wieder werden skandalöse Vorkommnisse von einzelnen Aquafarmen und Produzenten bekannt", moniert Foodwatch. "Ein Großteil der in Österreich verkauften Lachsprodukte stammt aus genau solchen Aquakulturen." Intransparenz "schützt ein System, das furchtbares Tierleid und hohe Verluste in Kauf nimmt", kritisierte Indra Kley-Schöneich, Leiterin von Foodwatch Österreich. Die Organisation fordert eine echte Rückverfolgbarkeit, unabhängige Kontrollen und dass Fischfarmen mit dokumentiertem Massensterben nicht länger zertifiziert werden.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Daniel Bockwoldt/Daniel Bockwoldt

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