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Ich kann kein Blut sehen - wie kann ich trotzdem spenden?

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Fühlt man sich unwohl oder flau, sollte man das ansprechen
©APA, Patrick Pleul, dpa-tmn
Wohl niemand sieht gern Blut - erst recht nicht das eigene. "Denn das bedeutet meist: Ich habe mich verletzt", sagt Stephan David Küpper vom Deutschen Roten Kreuz. Wer dennoch Blut spenden möchte, kann versuchen, den Termin gedanklich umzudeuten: "Man verletzt sich nicht, sondern tut etwas Gutes, weil man anderen in lebensbedrohlichen Situationen hilft." Das kann bereits helfen, Ängste abzubauen.

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Es gibt aber Menschen, die beim Anblick von Blut oder Nadeln mit blanker Panik reagieren. Das Herz rast, Schweiß bricht aus, es droht eine Ohnmacht: "Liegt so eine Phobie vor, dann sollte man sich nicht dazu zwingen, zur Blutspende zu gehen", sagt Küpper. Auch dann nicht, wenn die Arbeitskollegen in der Pause gemeinsam zum Blutspenden aufbrechen und sich eine Gruppendynamik ergibt. Wer aber keine Panik, sondern "nur" eine gewisse Abneigung gegenüber Blut verspürt, der kann es mit folgenden Tipps versuchen:

Zum Spende-Termin gehen und direkt rund einen halben Liter Blut dort lassen - das klingt nicht schaffbar? Gut möglich, dass ein Zwischenschritt Ängste abbaut. Und zwar, indem man sich eine Blutspendeaktion in der Nähe aussucht und dort hingeht, ohne sich vor Ort direkt zur Spende anzumelden. Und Fragen stellen: "Wie lange wird das Blut abgenommen, was passiert damit?", sagt Küpper. "Diese Auseinandersetzung kann schon dazu führen, dass man seine Betrachtungsweise verändert."

Durch die erste Blutspende muss niemand allein. Einfacher wird es, wenn etwa die beste Freundin oder der Partner mitkommen. Und zwar nicht nur als emotionale Stütze, sondern auch für die Ablenkung, wenn die Nadel im Arm sitzt: "Ganz egal, ob man dann über Kinofilme oder die Abendplanung spricht", sagt Küpper. Hat niemand Zeit und man selbst Bammel vor der Blutspende, lohnt es sich, das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort mitzuteilen. Auch mit ihnen kann man ins Gespräch - und damit auf andere Gedanken - kommen.

Hier gibt es einen Unterschied zur Blutabnahme in der Arztpraxis. "Zur Blutspende sollte man nie nüchtern gehen, man sollte an dem Tag unbedingt schon etwas gegessen haben", sagt Küpper. Selbst wenn der Termin morgens stattfindet, sollte bereits zumindest ein kleines Frühstück im Magen sein.

Ebenso wichtig: vorher viel trinken. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man am Tag bereits 1,5 Liter zu sich genommen hat - am besten Wasser, Tee oder Saft. "Eine gute Flüssigkeitszufuhr leistet einen wesentlichen Beitrag dafür, dass der Kreislauf stabil bleibt", sagt Küpper. Viel getrunken zu haben, kann die Blutentnahme sogar verkürzen: Dann können sieben bis acht Minuten an der Nadel Küpper zufolge schon ausreichen. Normalerweise dauert dieser Schritt rund zehn Minuten.

Sitzt die Nadel erst einmal in der Vene, gibt es keinen Weg zurück? So ist es nicht. Fühlt man sich unwohl oder flau, sollte man keine Scheu haben, das anzusprechen, rät Küpper. "Dann wird die Spende abgebrochen und die Beine hochgelegt, damit sich der Kreislauf wieder stabilisiert."

Gut zu wissen: Selbst Blutspende-Profis verkneifen sich mitunter den Blick. "Ganz ehrlich, ich schaue mir das nie an, wenn ich selbst punktiert werde", sagt Küpper. Am besten lenkt man seinen Blick also woanders hin. Das kann auch auf ein Buch sein, das man sich eingepackt hat. Oder man lauscht über Kopfhörer der Lieblingsmusik oder einem Wohlfühl-Podcast.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Patrick Pleul/Patrick Pleul

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