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Diese Sorge kann zum Beispiel auf Erfahrungen in der Kindheit beruhen. Bei manchen ist es hingegen die Angst vor Abhängigkeit oder einem Kontrollverlust. Auch Scham oder die Befürchtung, enttäuscht zu werden, sind mögliche Ursachen für das Verhalten. Nicht zuletzt spielen laut Häfner gesellschaftliche Faktoren eine Rolle. Unabhängigkeit sowie Selbstständigkeit würden meist als sehr positive Eigenschaften gelten.
Unter Umständen kann der Anspruch von "Ich schaffe alles allein" aber problematisch werden. "Wer Unterstützung kategorisch ablehnt, obwohl sie sinnvoll oder notwendig wäre, setzt sich unnötig unter Druck", so Häfner, der auch Ärztlicher Direktor der Klinik am schönen Moos ist.
Zum Beispiel, weil Aufgaben mehr Zeit und Kraft kosten, Probleme sich vergrößern und die eigene Belastungsgrenze erst sehr spät wahrgenommen wird. Das sei "ein regelrechter Nährboden für die Entstehung eines Burnouts."
Aber gibt es Wege aus dem Verhaltensmuster? Oft hilft es schon, einzusehen, dass Autonomie und Hilfsbedürftigkeit keine Gegensätze sind, so Häfner. Zentral sei, zu begreifen, dass es eine Stärke ist, um Hilfe bitten zu können, von der alle Beteiligten profitieren.
Die Person, die nach Unterstützung fragt, wirke auf andere selbstsicher und sympathisch, weil sie ihre eigenen Hürden transparent machen und aktiv angehen kann. Und die Person, die man um Hilfe bittet, erlebt ebendas positiv: Sie erfährt Wertschätzung und Vertrauen.
Wichtig sei aber immer eine gesunde Balance: Es ist eine selbstbewusste Entscheidung, im richtigen Moment um Hilfe bitten zu können. Das sollte dem Facharzt zufolge aber nicht heißen, dass Hindernisse grundsätzlich nur gemeinsam mit anderen gemeistert werden können oder eigenständige Lösungen komplett vermieden werden.
BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Christin Klose/Christin Klose
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