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"Hypertonie betrifft etwa ein Drittel der erwachsenen Weltbevölkerung und ist trotz erheblicher Fortschritte in der medikamentösen Therapie eine Hauptursache für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie für vorzeitige Todesfälle weltweit", schrieben vor kurzem Qi Sun von der Chan School of Public Health in Boston (Massachusetts/USA) und seine Co-Autoren der Studie in JAMA Network Open (doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.0937).
Freilich, es gebe noch viele Wissensdefizite, so die Wissenschafter: "Zahlreiche Daten deuten darauf hin, dass ein gesunder Lebensstil (z. B. körperliche Aktivität, Gewichtsmanagement, Nichtrauchen, mäßiger Alkoholkonsum und gesunde Ernährung) die meisten dieser Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung verhindern kann. Im Gegensatz dazu liegen nur wenige Daten darüber vor, wie ein gesunder Lebensstil mit dem Gesundheitszustand von Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck zusammenhängt."
Die Experten beobachteten deshalb insgesamt 25.820 Probanden aus den Teilnehmern der US-Nurses" Health Study und der Health Professionals Health Study, beides groß angelegte epidemiologische Untersuchungen in den Vereinigten Staaten mit Angehörigen des Gesundheitswesens als Teilnehmer zwischen 1986 und 2014. Das erstreckte sich auch für neu aufgetretene Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis längstens Mitte 2020. Bezüglich neu aufgetretenem Typ-2-Diabetes lief das bis 2019. Die Datenanalyse erfolgte dann zwischen November 2024 und April 2025. In der Nachbeobachtungszeit musste bei den Teilnehmern eine Hypertonie diagnostiziert worden sein.
Ein gesunder Lebensstil wurde per hochwertiger Ernährung, Nichtrauchen, regelmäßiger körperlicher Aktivität von mittlerer bis hoher Intensität 150 Minuten pro Woche), mäßigem Alkoholkonsum (nicht mehr als 30 Gramm Alkohol pro Tag für Männer und die Hälfte davon für Frauen) und gesundem Körpergewicht (BMI zwischen 18,5 und 25)) definiert. Diese Faktoren wurden alle zwei bis vier Jahre bei den Probanden neu bewertet und auf einer Skala von 0 bis 5 klassifiziert.
Die Ergebnisse sprechen eindeutig dafür, dass ein gesunder Lebensstil gerade für Menschen mit Bluthochdruck von besonderer Bedeutung ist: Nach Einrechnung der Einnahme von Medikamenten und anderer möglicherweise verzerrender Faktoren wiesen die Probanden mit Hypertonie und einer Bewertung ihres Lebensstils mit fünf Punkten (höchste Kategorie) im Vergleich zu den Personen mit Null Punkten ein um 51 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Die Gefahr, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln war um 79 Prozent geringer, so die Wissenschafter.
Jene Studienteilnehmer, bei denen sich der Lebensstil ab der Feststellung einer Hypertonie von den Werten zwischen Null und drei auf vier bis fünf verbesserte, reduzierten ihre Herz-Kreislauf-Gefahr um zwölf Prozent, jene für Diabetes um 44 Prozent. Umgekehrt erhöhte sich bei Bluthochdruck-Patienten, bei denen sich der Lebensstil zum Ungesünderen veränderte, die Herz-Kreislauf-Gefährdung um 14 Prozent, jene für Diabetes um 75 Prozent.
"In dieser Gruppenstudie an Personen mit Bluthochdruck war die Aufrechterhaltung eines gesunden Lebensstils unabhängig von der Einnahme blutdrucksenkender Medikamente mit einem geringeren Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, was den Wert eines gesunden Lebensstil für sie unterstreicht", stellten die Wissenschafter fest.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Jochen Lübke






