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Herkömmliche Jeans, Pullover und Co. bleiben hingegen im Kasten, Baumwolle saugt sich schnell mit Schweiß voll, isoliert kaum und liegt schwer im Rucksack. Für ein leichtes und trockenes Tragegefühl setzt man stattdessen auf ein Layer- oder Zwiebelprinzip mit drei Lagen, die nach Bedarf an- und ausgezogen werden:
Von Modellen mit abzippbaren Beinteilen rät Löcker ab: "Die Reißverschlüsse stören beim Bergaufgehen. Umkrempeln ist praktischer."
Warum braucht man eine Wind- und eine zusätzliche Regenjacke? "Nur eine Windjacke hält kalte Zugluft zuverlässig fern, ohne an Atmungsaktivität einzubüßen", sagt der Outdoor-Experte. Er hält 2-in-1-Lösungen aus Wind- und Regenjacke für einen schlechten Kompromiss. Ihre Ultraleichtigkeit am Körper wie im Gepäck macht die Windjacke unverzichtbar. Sobald es länger nieselt, übernimmt die Regenjacke.
Wie gut letztere Wolkenbrüchen standhält, entscheidet übrigens die Wassersäule (WS). Angegeben wird ihr Wert in Millimetern (mm) - er zeigt, wie viel Wasserdruck ein Stoff über 24 Stunden standhält. Für Löcker sollte der Wassersäulen-Wert bei Regenjacken mindestens 8.000 mm, besser 10.000 mm betragen. Um nicht ins Schwitzen zu geraten, empfiehlt er auf Lüftungsmöglichkeiten im Achselbereich zu achten: "Pit Zips sorgen für den nötigen Durchzug, ohne dass es reinregnet."
Und dann behält man am besten auch noch die Umwelt im Blick. Denn nicht immer ist Outdoor-Bedarf ganz im Sinne der Natur. "Viele Membranen und Pflegemittel enthalten schwer abbaubare PFAS", sagt die Expertin Kerstin Effers. Die sogenannten Ewigkeits-Chemikalien können sich in der Natur und im menschlichen Organismus anreichern. Einige stehen im Verdacht unter anderem Immunsystem und Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen.
Genaues Hinschauen bei Herstellerangaben ist also sinnvoll: Begriffe wie fleckgeschützt, wasserabweisend, ölabweisend, oleophobic oder Anti-Fingerprint deuten etwa auf die Verwendung von PFAS hin. Und: "Werbeversprechen wie PFOA/PFOS-frei oder GenX-frei sagen lediglich aus, dass einzelne der über 10.000 bekannten PFAS nicht enthalten sind."
Stattdessen kann man auf Angaben wie "Frei von PFAS", "Frei von PFC" und "fluorfrei" achten. Außerdem auf Siegel wie Bluesign oder Oeko-Tex. "Suchen Sie auch auf den Internetseiten der Outdoormarken nach dem Stichwort PFAS", rät Verbraucherschützerin Effers. "Falls diese auf schädliche Chemikalien verzichten und sich für nachhaltige Lösungen einsetzen, finden sich entsprechende Informationen mit wenigen Klicks."
Nicht nur allen mit knappem Budget empfiehlt Effers zudem, gezielt auf Second-Hand-Portalen nach Ausrüstung zu suchen oder nach Leihmöglichkeiten Ausschau zu halten. "Beides ist günstiger und schont wertvolle Ressourcen."
Zudem sinnvoll: Die Outdoor-Stücke richtig pflegen, damit man möglichst lange etwas von ihnen hat. Einen entscheidenden Fehler machen laut Löcker dabei fast alle: "Regenkleidung nicht oder nur selten waschen." Augenscheinlich sauber, bricht die in den sich ansammelnden Schweißresten enthaltene Säure über kurz oder lang die stabilsten Nahtversiegelungen auf. "Ein regelmäßiger Schonwaschgang bei 30 Grad verhindert, dass sie undicht und damit nutzlos werden."
Drehen Sie Funktionskleidung vor dem Waschen auf links - und schließen Sie Verschlüsse. Schleudern Sie die Stücke nicht - und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Einige Outdoor-Hersteller bieten zudem PFAS-freie-Imprägnier-Services an.
ARCHIV - Vorbild Zwiebel: Draußen ist man im Lagen-Look gut eingepackt. (zu dpa: «Einsteiger: Welche Outdoor-Kleidung brauche ich wirklich?») Foto: Tobias Hase/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++





