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Warnstreiks im Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands

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U-Bahnen stehen still
©APA, dpa, Daniel Bockwoldt
Bei Bussen und Bahnen im Nahverkehr gibt es seit den frühen Morgenstunden in fast allen deutschen Bundesländern wegen Warnstreiks erhebliche Einschränkungen. Beim größten deutschen Nahverkehrsunternehmen, den Berliner Verkehrsbetrieben, wird laut Gewerkschaft bereits seit 3.00 Uhr gestreikt. Für 48 Stunden sollen Busse, Tram- und U-Bahnen in den Depots bleiben. Erst zu Betriebsbeginn am Sonntagmorgen soll der Verkehr wieder anlaufen.

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Auch im Nahverkehr Hessen hat die Arbeitsniederlegung begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di am Morgen. Demnach sind circa 5.200 Beschäftigte in den Städten Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Marburg, Offenbach und Kassel dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Am Freitag und am Samstag bleiben auch in Bayern viele Busse, Trams und U-Bahnen stehen. In 13 Städten hat der von ver.di ausgerufene zweitägige Warnstreik begonnen. Betroffen sind unter anderem die fünf größten bayerischen Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt. Zudem wird Nordrhein-Westfalens Nahverkehr bestreikt, und auch in den fünf größten Städten Sachsens stehen heute Busse und Bahnen weitgehend still.

In den allermeisten Regionen dürften heute durch den Ausstand kaum Busse, Tram- und U-Bahnen fahren. Vor allem Pendler sowie Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Schule müssen sich heute meist andere Möglichkeiten suchen, um rechtzeitig ans Ziel zu kommen. Einige Nahverkehrsunternehmen haben bereits angekündigt, dass sie Notfahrpläne aufgestellt haben.

Niedersachsen sowie die Deutsche Bahn und damit auch die S-Bahnen sind nicht von dem Ausstand betroffen, da sich die Tarifrunde nicht auf den Konzern bezieht. Ob es auch in Baden-Württemberg zu neuen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr kommen wird, hatte ver.di bis zuletzt offen gelassen. In den meisten Regionen dauern die Warnstreiks laut den Verdi-Ankündigungen bis in die Nacht auf Sonntag.

Die Warnstreiks sind die zweite großangelegte Aktion in der laufenden ÖPNV-Tarifrunde. Bei der ersten Aktion am 2. Februar kam der öffentliche Personennahverkehr in großen Teilen des Landes nahezu komplett zum Erliegen.

In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 deutschen Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert ver.di insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.

Nach Ansicht der Gewerkschaft kamen die Gespräche zuletzt kaum voran. Auch die Arbeitgeber beklagten zuletzt fehlenden Fortschritt bei den Verhandlungen. Wann es zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft zu Tarifeinigungen kommen könnte, ist derzeit völlig offen. Die Verhandlungen verlaufen regional sehr unterschiedlich - kurz vor einem Abschluss schienen sie zuletzt aber nirgends zu sein.

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