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Traditionsreiches Innsbrucker „Hotel Europa“ vor Umbau

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Außenansicht des „Hotels Europa“ in Innsbruck

Das „Hotel Europa“ in Innsbruck

©Land Tirol / Die Fotografen

Der oberösterreichische Industrielle Ernst Hutterer will die „Tradition des Ortes bewahren“. Der zerstörte Barocksaal soll renoviert werden. Eröffnung des 5-Sterne-Hauses für Ende 2029 geplant.

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Das traditionsreiche „Hotel Europa“ gegenüber dem Innsbrucker Hauptbahnhof steht vor einer Renaissance: Nachdem im Jahr 2019 Insolvenz angemeldet wurde, will der neue Eigentümer und oberösterreichische Industrielle Ernst Hutterer es bis 2029 als einziges Fünf-Sterne-Hotel der Stadt wiedereröffnen. Der damals durch Vorbesitzer zerstörte Barocksaal soll restauriert werden, teilte die Stadt mit. Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) begrüßte die Entwicklung.

„Das ‚Hotel Europa‘ mit seinem einzigartigen Barocksaal hat für Innsbruck einen ganz besonderen Stellenwert", hielt Anzengruber fest. Die Stadt Innsbruck, der Eigentümer und die Nachbarschaft würden nun „eng“ zusammenarbeiten. Der Ort soll „behutsam“ weiterentwickelt werden und „neue Qualität in das Stadtbild“ bringen, hieß es. Für Stadträtin Janine Bex (Grüne) ist die Wiederbelebung des 1869 gegründeten Hotels „ein wichtiger städtebaulicher Impuls für das Bahnhofsquartier und die Innsbrucker Innenstadt“.

Hutterer will Haus „Seele“ zurückgeben

Hutterer, der in Grieskirchen ein Unternehmen für Heizkessel- und Behälterbau betreibt und in Innsbruck seine Studienzeit verbracht hatte und das Hotel im Herbst 2023 erwarb, wollte angesichts der Zerstörung des Barocksaales das Hotel erhalten und weiterentwickeln. „Für mich war klar: Dieses Haus gehört ins Zentrum der Stadt zurück.“ Er wolle die „Tradition dieses Hauses bewahren“ und ihm wieder „jene Seele zu geben, die ihn über Jahrzehnte ausgezeichnet hat“. Die Zerstörung des nicht denkmalgeschützten Barocksaals wurde im Jänner 2021 bekannt. Wer dafür verantwortlich war, blieb indes ungeklärt. Nach der Insolvenz wechselte das Hotel nämlich mehrmals den Eigentümer. Die Zerstörung zog zwar heftige politische Debatten nach sich, hatte jedoch keine rechtlichen Konsequenzen.

Während des Umbaus wird die Wiener Städtische Versicherung als direkte Nachbarin der Baustelle eine Fassadeninstallation anbringen. „Die Fassadeninstallation ist ein bewusst modernes Zeichen dafür, dass hinter der Fassade etwas passiert – und dass sich hier Tradition und zeitgemäße Entwicklung verbinden“, meinte Landesdirektor Walter Peer.

Prominente stiegen stets im „Grand Hotel“ ab

Prominente Persönlichkeiten wie einst Queen Elizabeth II oder die Rolling Stones stiegen bereits im Grand Hotel ab, im „Europastüberl“ dinierte die heimische Politprominenz. Das „Hotel Europa“ war auch vor seiner Schließung das einzige Fünf-Sterne-Haus in der Tiroler Landeshauptstadt gewesen, bis dato gibt es nur Vier-Sterne-Hotels in Innsbruck. „Ziel ist ein hochwertiges Haus im Herzen der Stadt, das sich klar zur Qualität und Geschichte des Standorts bekennt“, hieß es.

Nach seiner Schließung war lange Zeit unklar, wie es mit dem Haus gegenüber des Innsbrucker Hauptbahnhofs weitergehen wird. Das gesamte Inventar wurde versteigert und das Land Tirol richtete angesichts des zentralen Standortes eine Erstanlaufstelle für Geflüchtete aus der Ukraine ein. Unfreiwillige überregionale Bekanntheit erlangte das Grand Hotel zudem zu Beginn der Coronakrise. Das Hotel wurde im Februar 2020 abgeriegelt, nachdem als eine der ersten in Österreich positiv getesteten Personen an der Rezeption im Hotel gearbeitet hatten.

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