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Bei mehr als 17.500 Flügen im Jänner kam es zu 23 technischen Zwischenfällen, die fast alle formell untersucht werden. Dazu gehörten Warnungen vor einem Strömungsabriss am Triebwerk, Probleme mit der Flugsteuerung oder Hydraulik sowie Öl- und Treibstofflecks. Weder Air India noch das indische Ministerium für Zivilluftfahrt reagierten auf Anfragen zur Stellungnahme.
Im Visier der Sicherheitsbehörden
Die zweitgrößte Fluggesellschaft des Landes ist seit einem Absturz mit 260 Toten im vergangenen Jahr im Visier der Sicherheitsbehörde. Im Dezember räumte das Unternehmen einen "dringenden Verbesserungsbedarf bei Prozessdisziplin, Kommunikation und Compliance-Kultur" ein. Air India, die zur Tata-Gruppe und Singapore Airlines gehört, kämpft um den Wiederaufbau ihres Rufs und ihres internationalen Streckennetzes. Zudem will die Kooperationspartnerin der Lufthansa ihre alternde Flotte ersetzen.
Das indische Ministerium für Zivilluftfahrt teilte kürzlich mit, dass 82,5 Prozent der seit Jänner 2025 untersuchten 166 Air-India-Flugzeuge wiederkehrende technische Mängel aufwiesen. Bei der marktführenden Fluggesellschaft IndiGo lag dieser Wert bei 36,5 Prozent. Dem Dokument zufolge arbeitet Air India daran, die technischen Probleme der insgesamt 191 Flugzeuge umfassenden Flotte zu beheben. So wurden regelmäßige Inspektionen für die Airbus A320-Flotte eingeführt und alle Hydraulikschläuche der Steuerungsanlage bei den Boeing 777-Maschinen ausgetauscht. Air India ergreife "gezielte technische Maßnahmen", um "die Zuverlässigkeit der Flugzeuge zu stärken und die Unfallrate zu senken", heißt es in dem Dokument.
Die Pannen bei der stark expandierenden Airline, die mehr als 500 Flugzeuge bestellt hat, beschäftigen auch ausländische Aufsichtsbehörden. Die britische Luftfahrtbehörde forderte von Air India eine Erklärung, warum ein Boeing Dreamliner von London aus startete, obwohl er bei der Ankunft in Indien wegen Sicherheitsbedenken am Boden bleiben musste.
MUMBAI - INDIEN: FOTO: APA/APA/AFP/Archiv/INDRANIL MUKHERJEE





